Hecken

Hecken – abwechslungsreich gestaltet

Schon seit Urzeiten haben die Menschen ihren Lebensraum mit Einfriedungen umgeben, um wilde Tiere oder Räuber fernzuhalten. Das Material für die Einfassungen lieferte die Natur: Äste, Ruten und Steine. Später hat man lebende Pflanzen eingesetzt. Bereits im Mittelalter gab es geschnittene Hecken. Die eindrucksvollen Formhecken des Barock beeindrucken uns bis heute. Auch in modernen Gärten sind Hecken ein beliebter, natürlicher Schutz vor Wind, Lärm und neugierigen Blicken. Damit sie nicht zu langweilig oder gar bedrohlich wirken, sollte man Hecken abwechslungsreich gestalten.

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Lebensraum für viele Tiere

In Hecken finden Vögel, kleine Säugetiere und zahlreiche nützliche Insekten Unterschlupf und Nistplätze. Hecken mit Beeren dienen als Nahrungsquelle für Vögel. Mit heimischen Wildsträuchern wie Holunder, Sanddorn, Johannisbeeren angelegte Hecken dienen dem Vogelschutz. Im Winter bilden vor allem immergrüne Hecken gute Schutzzonen für Vögel und Kleinsäuger.

Wie man eine Hecke gestaltet, hängt ab von der Lage des Gartens, vom vorhandenen Platz und welche Funktion sie erfüllen soll. Hecken grenzen einen Garten nicht nur nach außen ab, sie strukturieren einen Garten auch im Inneren. Sie können als Raumteiler dienen. Soll die Hecke ein Sichtschutz an der Grundstücksgrenze sein, muss sie mindestens 1,50 m bis 1,80 m hoch sein, um die Privatsphäre zu wahren. Niedrige Hecken fassen Beete und Sitzplätze ein. Ein Gemüsegarten wirkt viel ansprechender, wenn er von einem niedrigen Rahmen eingefasst wird.

geschnittene Hecke
geschnittene Hecke

Gut in Form: geschnittene Hecken

Vor allem formalen Gärten gibt eine Schnitthecke einen edlen Rahmen. Je nach Pflanzenart sind 50 cm bis etwa 1 Meter Grundstückstiefe ist dafür erforderlich. Wer eine Hecke sucht, die möglichst schnell wächst und das ganze Jahr über blickdicht ist, wählt am besten Lebensbaum oder Scheinzypresse. Auch Feldahorn, Hain- oder Rotbuche wachsen innerhalb weniger Jahre zu blickdichten grünen Wänden heran. Beliebt sind auch Eibe, Kirschlorbeer oder Berberitzen.

Wer im Winter keinen Sichtschutz braucht, kann sich auch für eine sommergrüne Hecke entscheiden. Viele einfache Blütensträucher eignen sich gut für geschnittene Hecken. Eine Forsythien-Hecke ist im Frühjahr ein echter Hingucker.

Frei wachsend


Viel natürlicher als geschnittene Hecken wirken frei wachsende Hecken. Allerdings brauchen diese auch mehr Platz – etwa 2 bis 3 Meter. Hier kann man die verschiedensten Laub- und Nadelgehölze und auch Stauden einsetzen. Soll die Hecke blickdicht sein, muss man 2 Pflanzreihen planen. Hecken aus Laubgehölzen sind nur vom späten Frühling bis zum Herbst blickdicht.

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Blühende Hecke

Blühende Hecke


Mit einer Blütenhecke machen Sie Ihre Grundstücksgrenze zu einem reizvollen Blickfang. Wunderbar sind gemischte Hecken beispielsweise aus Sommerflieder, Hortensien, Spieren oder Strauchrosen. Mit Goldregen, Schneebällen, Forsythien, Flieder und Weigelien schaffen Sie blühende Wände am Gartenrand. Eine frei wachsende Blütenhecke ist pflegeleichter als eine geformte Hecke, weil sie nicht so häufig geschnitten werden muss. Aber ganz ohne Schnitt kommt auch sie nicht aus.

In modernen Gärten kommen auch hohe Gräser als natürliche und individuelle Sichtschutz-Elemente zum Einsatz. Sie müssen immer im Frühling zurück geschnitten werden und erfüllen dann erst im Sommer ihre Funktion als Sichtschutz. Dafür machen sie wenig Arbeit und brauchen weniger Platz als frei wachsende Hecken. In asiatisch inspirierten Gärten ist Bambus eine schöne Heckenpflanze.

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Wildsträucher-Hecke

Wildsträucher-Hecken


Wer in seinen Garten Tiere locken und beobachten möchte, sollte eine Hecke mit heimischen Sträucher setzen. Solche Hecken sind für viele Tiere eine wichtige Nahrungsquelle. Dort finden Vögel, kleine Säugetiere und zahlreiche nützliche Insekten Unterschlupf und Nistplätze.

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Heimische Wildsträucher stecken voller Leben: Von der Ameise bis zum Zaunkönig – für viele Tiere sind Wildsträucher wichtige Lebensgrundlage. Im schützenden Dickicht von Sträuchern wie Holunder, Weißdorn oder Pfaffenhütchen nisten gerne viele Vögel wie Heckenbraunelle und Nachtigall. Wildsträucher ernähren Insekten in allen Entwicklungsstadien.

Hecken abwechslungsreich kombiniert

Meterhohe Einfassungshecken findet man eigentlich nur noch bei öffentlichen Einrichtungen, entlang verkehrsreicher Straßen oder bei Villen in Einzellage. Solche Begrenzungen können Gärten in Gefängnisse verwandeln und enorme Schatten werfen. Außerdem sperren sie nicht nur fremde Blicke aus, sondern hindern uns selbst daran, nach draußen zu schauen.

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Hecken abwechslungsreich kombiniert

Um der einengenden Wirkung der Begrenzungen zu entgehen, haben unterschiedlichen Kulturen und Zeiten eigene Stile entwickelt. In englischen Gärten sind Hecken mit Durchgängen und Durchblicken wirkungsvolle Raumteiler. Immer neue Gartenräume entstehen, die eine große Vielfalt ermöglichen und den Menschen Abwechslung und damit gewissermaßen Weite vermitteln.

Auch in mediterran inspirierten Gärten oder in asiatischen Anlagen werden Hecken mit Mauern oder anderen Sichtschutzelementen kombiniert. Überall findet man Hecken und Mauern mit runden Öffnungen, kunstvoll gestalteten Fenstern, die eine Verbindung von Innen und Außen herstellen.

Die moderne Gartenarchitektur hat diese klassischen Stilelemente in ihren unterschiedlichen Richtungen übernommen und zeitgemäß weiterentwickelt. Die Funktion der meist niedrigen Hecken, Zäune und Mauern in den heutigen kleinen Gärten ist sogar zur Paradedisziplin der Gartengestaltung geworden.

Wo gestern noch einfache Heckenreihen den Blick zum Nachbarn versperrten, planen Gartendesigner heute elegante Blickfänge aus Pflanzen in Verbindung mit Elementen aus Glas, Stahl, Stein, Wasser. Sie schaffen Strukturen, neue Perspektiven, auch auffällige Kontraste. Solche modernen Einfassungen wirken auch in der dunklen Jahreszeit noch gleichbleibend schön.

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