Hortensie

Hortensien – Ein Hauch von Nostalgie

Schon vor Jahrhunderten wuchsen Hortensien in japanischen Gärten. Dass sie heute noch so beliebt sind, liegt an ihrer Vielseitigkeit: Sie bereichern schattige Gartenplätze, blühen lange und ergeben wunderschöne Sträuße.

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Erst Ende des 18. Jahrhunderts kam die Hortensie aus Asien nach Europa. Romantische Legenden ranken um ihren Namen. Ihr Entdecker, der französische Arzt und Naturwissenschaftler Philibert Commerson hat sie angeblich zu Ehren einer vornehmen Dame Hortense so getauft. Was er für diese Dame empfand, wer sie wirklich war, kann heute niemand mehr berichten.

Neben Rosen war die Hortensie die Lieblingsblume der französischen Kaiserin Josephine. Hortensien wurden damals vom Adel favorisiert. Auch in ihrer Heimat, in Japan war die Hortensie allein für die Herrscher kultiviert worden. Der Außenwelt wurde der schöne Anblick verwehrt. Selbst heute in unseren bürgerlichen Gärten hat die Hortensie einen gewissen elitären Touch behalten.

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Später kamen auch Hortensien aus Nordamerika, den Anden und Südchile zu uns. Sie alle wurden in vielen Sorten weitergezüchtet: als Bauern- oder Gartenhortensie (Hydrangea macrophylla), als Teller- (Hydrangea serrata), Schneeball- (Hydrangea arborescens ‚Grandiflora‘), Ball- (H. arborescens ‚Annabelle‘), Samt- ( Hydrangea sargentiana), Fell- (Hydrangea aspera), Eichenblättrige (Hydrangea quercifolia) und Kletter-Hortensie (Hydrangea petiolaris) – um nur einige der wichtigsten Arten zu nennen. Ihr botanischer Name weist auf einen hohen Wasserverbrauch hin. Der Gattungsname Hydrangea ist aus den griechischen Wörtern „hydro“ = Wasser und „angeion“ = Gefäß zusammengesetzt.

Die Hortensien traten ihren Siegeszug in europäischen Gärten an, weil sie den Wünschen der Menschen sehr entgegen kamen. Vor allem begeisterten sich die Pflanzenliebhaber für die beeindruckend großen Blütenstände in leuchtenden Farben, die zwischen Mitte Juni und Anfang Oktober, also in der Zeit im Garten auftreten, wenn die Blütenpracht der meisten anderen Sträucher schon lange vorbei ist.

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Hortensienblüten sind außerdem sehr lange haltbar. Im Herbst, wenn die Blütezeit zu Ende geht, nehmen die Dolden eine grün-rosa, bronze- oder kupferfarbene Herbstfärbung an. Sie sind dann ein begehrter Schmuck für Trockensträuße und Gestecke. Auch sonst lassen sich die Blüten der Ball- Hortensien gut trocknen. Man wählt dazu die Blüten älterer Pflanzen und schneidet sie so spät wie möglich, am besten erst im Spätherbst. Schöne Partner für nostalgische rosa Sommer-Arrangements sind z.B. Spornblume, Ziertabak und Schmuckkörbchen. Für blaue Ton-in-Ton Kombinationen eignen sich Säckelblume, Clematis, Rittersporn und Duftwicken.

Hortensien blühen zwar in der Sonne, aber auch im Halbschatten und sogar im Schatten, wo sonst wenig Farbe anzutreffen ist. Alles enorme Pluspunkte. Dagegen fällt der enorme Wasserbedarf und die Empfindlichkeit etlicher Sorten gegenüber Spätfrösten kaum ins Gewicht.

Hortensie Endless Summer
Hortensie ´Endless Summer´

Mit der Züchtung neuer Sorten, etwa der Hortensie ‚Endless Summer‘ werden die Vorzüge noch mehr verstärkt, die Schwächen minimiert. ‚Endless Summer‘ ist sehr winterhart, blüht durchgehend vom Frühsommer bis in den Herbst auch am einjährigen Holz, bildet stets neue Knospen. Spätfröste können daher die Blüte nicht zerstören. Ansonsten ist die Rispenhortensie mit ihren cremeweißen, im Verblühen rosa Blütenrispen die frosthärteste der Freilandhortensien.

Entsprechend ihrer unterschiedlichen Herkunft stellen die Hortensien Blütenstände in den Farbtönen Weiß, Rosa, Rot bis Blau mal als phantastische Blütenbälle, mal als Rispen oder als flach ausgebreitete Blumenteller zur Schau. Genau genommen mogeln die Hortensien dabei gewaltig. Ihre eigentlichen fertilen Blüten sind klein und unscheinbar. Außen herum sehen wir große, auffällige, aber sterile Scheinblüten, hervorgegangen aus der Vergrößerung der Kelchblätter. Sie sind der Schauapparat zum Anlocken der Insekten.

hortensien

Hortensien – so unkompliziert sie einerseits sind – haben andererseits besonders hohe Ansprüche an die Erde, in der sie stehen. Sie benötigen einen lehmig- humosen Boden, der gut Feuchtigkeit hält aber nicht zur Vernässung neigt. Besonders in den wichtigsten Wachstumsmonaten Mai und Juni müssen Hortensien ausreichend mit Nährstoffen versorgt sein. Es empfiehlt sich, einen stickstoffbetonten Mehrnährstoffdünger mit einer Konzentration von 0,1 bis 0,2 % oder Anfang Mai einen Dauerdünger zu verwenden, der 3 – 4 Monate reicht.

Zeigen die Pflanzen kaum noch Zuwachs, färben sich die Blätter gelb oder hellgrün, dann ist der pH- Wert des Bodens angestiegen und die Hortensie kann das dringend benötigte Eisen nicht mehr aus dem Boden aufnehmen. Gießen Sie ausschließlich mit Regenwasser; Torfgaben, eventuell eisenhaltiger Dünger können eingesetzt werden.
Bei Hortensien kommt es auch sehr auf das Kleinklima an: Ein geschützter Platz an einer Mauer bewahrt sie vor eisigen Winden und starkem Zurückfrieren im Winter.

Tellerhortensie
Tellerhortensie

Außer der weit verbreitete Bauernhortensie erobern in letzter Zeit die Tellerhortensien die Gärten. Sie faszinieren mit ihren flachen Blütenständen, die rundum mit großen Randblüten besetzt sind. Die Hydrangea arborescens balanciert auf ihren Triebspitzen monatelang große Schneebälle, die grünlich- gelben Blüten von ‚Grandiflora‘ zieren im Spätsommer über viele Wochen. ‚Annabelle‘ überzeugt mit riesigen weißen Blütenbällen, die einen Durchmesser von mehr als 20 cm haben können.

Die Samthortensie erscheint als exotisch anmutende Schönheit mit flachen Blütendolden und samtweich behaarten Blättern. Die Kletterkünstlerin unter den Hortensien ( Hydrangea petiolaris) ist eine der wenigen Kletterpflanzen, die auch in Nordlagen gut gedeihen. Mit Haftwurzeln hält sie sich selbstständig an Wänden fest und ist im Juni/ Juli mit weißen duftigen Blüten übersät. Die weniger bekannte Eichenblättrige Hortensie zieren im Sommer weiße Rispen, vor allem aber ihre ausdrucksvollen, eigenwilligen Blätter, die sich im Herbst glutrot verfärben.

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Hortensien im Topf

In kalten Gegenden müssen empfindliche Arten der Hortensien ab November ins Winterquartier umziehen, am besten in einen Kellerraum mit guten Lüftungsmöglichkeiten, wo die Temperatur zwischen 0 und 5° liegen sollte. Wenn die Pflanzen ab Februar aus der Winterruhe erwachen, stellt man sie am besten ins Gewächshaus oder in den Wintergarten.

Nicht nur draußen auch im hellen, temperierten Zimmer fühlen sich Hortensien wohl, vorausgesetzt sie haben es feucht, nicht zu nass und werden der Jahreszeit entsprechend gedüngt. Zum Muttertag, zu Geburtstagen… sind sie gern gesehene Geschenke.

Seit kurzem gibt es auch den ersten Hortensienpark Deutschlands in Lengerich mit über 300 Hortensien Arten.

 

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