Magnolie

Magie der Magnolien

Wer das Schauspiel der beginnenden Magnolienblüte einmal bewusst miterlebt hat, ist ihrem Zauber verfallen. Wenn die meisten Laubbäume noch kahle Äste in den Frühlingshimmel strecken, beginnt ihr Auftritt mit der steifen Vornehmheit der Knospen, gefolgt von einer fesselnden Vorstellung der sich öffnenden Schalenblüten. Nach wenigen warmen Tagen scheint sich ein großer Schwarm Flamingo farbener Paradiesvögel in dem bizarren Geäst der Tulpen- Magnolie niedergelassen zu haben.

Magnolia

Mit der Magnolienblüte feiert die Natur sich selbst in einem spektakulären Farbenrausch. Die bis zu 15cm langen, Porzellan feinen, duftenden Blüten in Weiß, Rosé, Violett und neuerdings auch in Gelb sind in den noch blattlosen Ästen nicht zu übersehen. Die pastelligen Farben reflektieren das Frühlingslicht. Die Farben und der Duft ziehen uns nach den langen dunklen Wintermonaten magisch an.

Die tulpenförmigen Blüten mit den großen, nicht miteinander verwachsenen Blütenblättern wirken wie Meisterwerke moderner Skulptur. Dabei zählt die Magnolie zu den ältesten Blütenpflanzen dieser Erde. Sie ist faktisch eine Art Dinosaurier unter den Pflanzen. Magnolien blühten schon vor mehr als 100 Millionen Jahren. Nur Farne und Moose sind älter als sie.

Magnolia
Tulpenmagnolie

Ihren archaischen Status zeigt die Magnolie auch durch ihre zapfenförmigen Sammelfrüchte, die im Spätsommer reifen und oft für Knospen gehalten werden. Auch ihr Zeitverständnis bewegt sich in für uns nur schwer nachzuvollziehenden Dimensionen. Magnolien wachsen langsam, blühen oft erst nach 8 bis 10 Jahren und werden uralt.

Man muss sie in all‘ der Zeit gewähren lassen, sie möglichst nicht beschneiden und auch nicht umsetzen. Wie unabhängig Magnolien vom kurzzeitigen Geschehen sind, zeigt sich auch darin: Nach hundert Millionen Jahren Überlebenskampf gibt es weder Krankheiten noch Schädlinge, die ihnen zusetzen können.

Lediglich der falsche Standort kann ihnen zu schaffen machen. Magnolien lieben lehmige, kräftige Humuserde mit nicht viel Kalk. Sie sind Flachwurzler und müssen bei Trockenheit gewässert werden. Am besten stehen sie vor einer windgeschützten Hauswand.

Magnolie

Und noch eine weitere Bedrohung gibt es zumindest für ihre exotischen Blüten: die Spätfröste in der Nacht. Schon nach wenigen Minusgraden fallen am nächsten Morgen die kostbaren Blüten braun gefroren langsam eine nach der anderen zu Boden. Kleine Bäume können bei Frostgefahr mit Vlies oder Folie geschützt werden. Bei großen muss man diese gelegentlichen ‚Pannen‘ hinnehmen. Das Blütenschauspiel vorab ist es auf jeden Fall wert.

Die Magnolien, die ursprünglich in Europa wuchsen, haben die Eiszeiten nicht überlebt. Unsere heutigen Magnolien stammen aus China, Japan oder Nordamerika und kamen erst im 17. Jahrhundert zu uns. In China und später auch in Europa galten die Magnolien lange Zeit als aristokratische Pflanzen. Später eroberten sie auch die bürgerlichen Gärten und stehen heute in der Beliebtheitsskala ganz oben.

Allen voran die Magnolia x soulangiana, die Tulpen-Magnolie. Von ihr geht unbestritten die größte Magie aus. Diese Diva unter den Blütenbäumen wird im Laufe der Zeit 6m hoch und ebenso breit. Sie ist mit ihren ausladenden Ästen ein eleganter Solitär für große Gärten, denen sie eine gewisse Noblesse verleiht.

Magnolia stellata
Sternmagnolie

Die rein weiße oder auch rosa Stern-Magnolie (Magnolia stellata) wächst langsam, wird nur zwei bis drei Meter hoch und ist daher für kleinere Gärten gut geeignet. Sie blüht verschwenderisch mit sternförmigen, duftenden Blüten bereits im März und April. Ein geschützter Standort und ein mildes Klima sind erforderlich.

Ziemlich ungefährdet von Frost sind die weißen Blüten der Hohen Magnolie (Magnolia x loebneri), die sich erst Ende April öffnen. In kalten Gegenden ist die Sommer-Magnolie ( Magnolia sieboldii) eine fabelhafte Alternative. Ihre weißen Blüten erscheinen erst im Juni und Juli. Beeindruckend ist auch die Magnolie Genie, die zweimal im Jahr blüht

Nicht alle Magnolienblüten duften. Garantiert ist der betörende Duft bei der Lilienmagnolie (Magnolia liliiflora), vor allem bei der dekorativen purpurfarbenen Sorte ‚Nigra‘. Sie blüht besonders lang, von Anfang Mai bis in den Juni und gedeiht auch in Kübeln prächtig. Die immergrüne Magnolia grandiflora mit ihren beeindruckenden schalenförmigen Blüten, die sich von Mai bis Juni öffnen, sollte nur in milden Gegenden gepflanzt werden.

Eine echte Rarität ist die Duft-Magnolien-Hecke Fairy – eine immergrüne Hecke, die von April bis Mai herrlich duftet.

Die meisten Magnolien blühen weiß oder in verschiedenen Rottönen von zartem Rosa bis zu dunklen Lila. Es gibt aber auch sehr interessante gelbe Sorten. Die gelben Blüten der Magnolia acuminata brechen erst auf, wenn die Blätter bereits ausgebildet sind. Ein fantastisches Farbspiel bietet die Magnolie Sunsation mit ihren gelben Blüten, die leicht himbeerfarben angehaucht sind.

Magnolia Sunsation

Etwas weniger bekannt ist, dass auch die Pharmazie sich für Magnolien interessiert und aus der Rinde Heilmittel gegen fiebrige Erkrankungen und Rheuma gewinnt.

Magnolia sieboldii

In der Haute Cuisine schätzen Feinschmecker in Öl geschwenkte Magnolien-Kronblätter als Delikatesse und dekorieren edle Speisen mit duftenden Blütenblättern.

 

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