Rhododendron

Rhododendron im Farbenrausch

Unaufhaltsam erobert der Rhododendron, diese anmutige Schönheit aus dem fernen Asien, unsere Gärten – mit faszinierenden Blüten und neuen Sorten für jeden Gartenboden. Wolken riesiger Blüten, ganze Gebirge von Rhododendren in den faszinierensten Farben und dazwischen immer wieder der betörende Duft pontischer Azaleen – einfach überwältigend. Ein Rhododendrongarten bietet im Frühling ein einmaliges Schauspiel.

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Rhododendren oder auch Alpenrosen, wie sie genannt werden, gehören mit ihren imposanten Blütenständen in vielen Farbtönen zu den beliebtesten Frühjahrsblühern. Sie sind eine große Familie, es gibt baumartig wachsende, andere werden mehr breit als hoch, wieder andere legen sich wie Kissen über den Boden. Viele wirken imposant, gravitätisch, einige bezaubern durch filigranen Charme. Manche Arten, die im allgemeinen Azaleen heißen, werfen ihr Laub im Winter ab, während die Mehrzahl zu den Immergrünen zählt.

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Jede Rhododendronblüte hat etwas von einem einzigartigen Kunstwerk an sich, ihre Farbpalette ist unvergleichlich. In der letzten Zeit haben mit dem Einzug neuer Sorten in die Gärten, wie dem Rhododendron yakushimanum, weiße, gelbe und orange Blütentöne das Sortiment bereichert. Es sind jetzt nicht mehr die lila-, rot- oder rosafarbenen Catawbiense- Hybriden allein, die unser Gartenbild bestimmen.

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Der Ursprung der ungezählten Sorten sind vor allem die in West- und Zentralchina – besonders im Himalaya – verbreiteten Wildarten. Einige wachsen im subtropischen Dschungel der Täler, andere in den höher gelegenen feucht- kühlen Bergwäldern. Selbst an kargen Felshängen in 5000 m Höhe findet man noch Rhododendron-Arten.

Gemäß ihrer Herkunft brauchen Rhododendren eine eigene Welt, in der sie gesellig zusammenleben. Nur dann entfalten sie ihre volle Schönheit. Man darf sie auch nicht mit anderen Gartenpflanzen, etwa Rosen beliebig kombinieren. In ihrem Lebensbereich sollten sie hohe Luftfeuchtigkeit, lichten Schatten und einen lockeren, humosen, ein wenig sandigen Boden vorfinden. Dann bringen die Alpenrosen mit ihrer Blütenpracht gerade die Teile des Gartens zum Aufleuchten, die sonst nicht von Farben verwöhnt werden.

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Rhododendren – Standortwahl

Ideal ist der Standort unter Bäumen und im Schutz von Großsträuchern. Die benachbarten Bäume sollten möglichst Tiefwurzler wie Kiefer und Eiche sein oder ein lockeres Blätterdach wie die Eberesche besitzen. Ungeeignet sind Flachwurzler wie Birken, die dem Boden in der gleichen Höhe wie die Rhododendronwurzeln Wasser und Nahrung entziehen.

Was Wasser und Dünger angeht, sind Rhododendren ausgesprochen heikel. Sie mögen feuchten Boden, aber keine Staunässe. Häufiges Wässern schädigt ihre Wurzeln. Nur wenn die Alpenrose durch herabhängende Blätter „Durst“ signalisiert, ist sie für zusätzliche Wassergaben dankbar.

Rhododendron

Rhododendren sind Starkzehrer. Unterernährte Pflanzen bekommen gelbes Laub und blühen kaum noch. Ihre Nährstoffversorgung wird am besten durch spezielle Langzeitdünger sichergestellt. Nach der Blüte entfernt man zumindest bei kleineren Sträuchern die verwelkten Blütenstände, um der Pflanze die Kraft für die Samenbildung zu ersparen.

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Die Kalktoleranz ist bei vielen Rhododendronsorten gering. Um den ph-Wert von 4,5 bis 5,5 zu erreichen, muss der Boden bei diesen Sorten mit Torf durchmischt werden. Die modernen Inkarho- Arten, die der Alpenrose überall zum Siegeszug verholfen haben, tolerieren weit höhere ph-Werte und sind unempfindlich gegenüber Kalk.

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Begleitpflanzen für Rhododendren

Die besten Begleitpflanzen sind Schatten liebende Gehölze und Stauden wie die Schaumblüte (Tiarella), das Perlkörbchen (Saxifraga), Golderdbeere (Waldsteinia), Prachtspieren, Waldgeißblatt, Japanische Anemonen, Eisenhut, das Schaublatt (Rodgersia), Schattengräser wie Luzula-Arten, Farne, Primeln in jeglicher Form, Schneeglöckchen, Blaustern, Lilie und kleinkronige Narzissen.

Mit all diesen Pflanzen bilden die Rhododendren sowohl in großen Parks als auch in kleinen Abschnitten des Reihenhausgartens eine gut funktionierende Lebensgemeinschaft. Vögel siedeln sich an, die den Schutz der immergrünen Pflanzen für ihre Nester suchen. Die Rhododendren sind zusammen mit anderen Schatten liebenden Gehölzen ein Bindeglied zwischen den niedrigen Stauden und den hochragenden Bäumen, ein wunderbarer Sichtschutz für jeden Garten.

Rhododendron

Dort, wo die klimatischen Bedingungen, die Bodenverhältnisse günstig sind, entstanden große Rhododendrongärten. Die Landschaftsparks in England und Schottland, die großen Parks in Norddeutschland (Zwischenahn), auch in Norditalien ( Villa Carlotta zu Tremezzo am Comer See ) sind ohne ihre gigantischen Rhododendren nicht denkbar. Sie haben ein einmaliges weltbürgerliches Flair und locken zur Hauptblütezeit im Mai/ Juni viele Tausende von Besuchern an. Auch in den japanischen Gärten ist die Rhododendron- und Azaleenblüte das große Ereignis.

Caddenabia
Villa Carlotta zu Tremezzo am Comer See

Beim Besuch der Parks und Schaugärten lernen die Menschen das riesige Rhododendron- Sortiment, die neueren Züchtungen, etwa die Yakushimanum-Hybriden mit ihren silbrig- weißen, weichen Blättern, die schwachwüchsigen Impeditum- Sorten und die Knaphill- Hybriden mit ihrem leuchtenden Farbenmeer in Gelb, Rot, Orange und Rosa kennen. Diese Rhododendren sind heute die Stars auch in kleineren Gärten.

Die Besucher der Parks merken auch, dass das Farbspektakel der Rhododendren sich von Ende Februar mit den ersten Rhododendren ‚Praecox‘ bei geschickter Sortenauswahl bis in den Juni, ja, sogar mit ‚Sommerduft‘ oder ‚Summersnow‘ bis in den Juli fortsetzen lässt. Nach Beendigung des Rhododendron- Farbenrauschs könnten diese Gärten allerdings gestalterisch ins Leere laufen.

japanischer Garten
Rhododendren im japanischen Garten

Die Asiaten lösen dieses Problem, indem sie während des ganzen Jahres ein System von markanten Blattstrukturen, changierenden Grüntönen im Garten dominieren lassen. Nach der Blüte reiht sich der nur noch grüne Rhododendron hier ein. Mit der Hortensienblüte, der Laubfärbung der Ahorne und auch der Sommergrünen Azaleen, der Chrysanthemenblüte entstehen danach neue Farbspiele.
Beim Verblühen der Alpenrosen ist in den englischen Landschaftsgärten die Rosenblüte, später die Hortensienblüte längst im Vordergrund. Die nur noch grünen Rhododendronsträucher sind dann der stilvolle Hintergrund für die hohen und tiefen Staudenbeete, die mixed borders.


Rhododendron im Farbenrausch 2

Auch für uns gilt es, den Garten von vornherein auf die Zeit nach der Rhododendronblüte ähnlich wie in japanischen oder englischen Anlagen gestalterisch vorzubereiten. Nur dann können wir im Juli ohne Wehmut vom Farbenrausch der Alpenrosen Abschied nehmen.

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