Wilde Gärten – naturnah und pflegeleicht

Wilde Gärten – sie stehen für die Liebe zur Natur, aber auch der Wunsch nach Freiheit, Individualität und Abenteuer. Und sie stecken voller Leben: Von der Ameise bis zum Zaunkönig – für viele Tiere sind wilde Gärten eine wichtige Lebensgrundlage.

Wogende Gräser, Staudenbeete im Prärie-Stil, verwilderte Zwiebelblumen, aber auch exotisch inspirierte Dschungelgärten – das alles liegt heute voll im Trend. Fachkundig angelegt machen wilde Gärten nur wenig Arbeit und schenken uns ein Stück Ursprünglichkeit. Die Liebe zur Natur, aber auch der Wunsch nach Freiheit, Individualität und Abenteuer verkörpern sich in ihnen. Und wilde Gärten bieten auch vielen Wildtieren einen Lebensraum.

Wilde Gärten stecken voller Leben: Von der Ameise bis zum Zaunkönig – für viele Tiere sind wilde Gärten eine wichtige Lebensgrundlage. Die wilden Gärten zeigen das Verlangen der Menschen, im Einklang mit der Natur zu leben und selbst kreativ zu sein. Nicht mehr alles von der Stange, sondern mitmischen, der Umgebung seinen persönlichen, einzigartigen Stempel aufzudrücken, das ist das zeitgenössische Credo. So entstehen Gärten, die eine Mischung aus Nostalgie, sprühender Lebensfreude und Freiheitsdrang einzigartig machen.

naturnahe Gärten

Die Idee der wilden Gärten ist nicht neu. Sie kam schon vor über 140 Jahren – wie so vieles in der Gartengestaltung – aus England zu uns. Die berühmten Gärtner William Robinson und Gertrude Jekyll lehnten die etwas spießige viktorianische Gartengestaltung mit ihren gezirkelten Beeten ab und sorgten dafür, dass sowohl heimische als auch exotische Pflanzen am richtigen Platz sich voll entwickeln konnten. Unendliche Wiesen mit Tausenden wild wachsender Blumenzwiebeln, mächtige Bambushaine vermittelten schon damals einen gewaltigen Eindruck.

Der moderne Gärtner befreit sich gern von auferlegten Zwängen und Normen. Er liebt Pflanzen mit lockerem Habitus: Strauch-, Kletterrosen und Weinreben. Gänseblümchen im Rasen, Moos in den Steinfugen – kein Problem. Der Garten soll Unberührtheit ausstrahlen, er darf nicht überpflegt werden. Im Einfachen, Ursprünglichen liegt sein besonderer Zauber.

Wilde Gärten

Wie gestalte ich einen wilden Garten?

Mauern, Zäune, Tore, Brunnen sind auf jeden Fall mit heimischen Materialien auszuführen. Eingefriedet wird meist mit Holzzäunen, seien es Latten-, Staketen -, Weidenflechtzäune. Ziegelsteine, Klinker, Sandsteine mit ihren erdigen Tönen sind die traditionsreichen Bodenbeläge. Stilvolle Brunnen sorgen für die Bewässerung.

Moderne wilde Gärten entsprechen in vieler Hinsicht dem Geschmack unserer unruhigen Zeit. Viele Pflanzen, die hier gedeihen, sind wahre Hunger- und Durstkünstler, können längere Zeit allein gelassen werden. Selbst in dicht besiedelten Gebieten lassen sich auf Balkons, Dachgärten, in Hinterhöfen noch solche Anlagen gestalten.

naturnahe Gärten

Wilder Garten: Ideen

Die wilden Gärten erscheinen oft im Stil der umliegenden Landschaften und ihrer Pflanzengemeinschaften mit Waldrändern, Gesteinshaufen, natürlichen Gewässern und Blumenwiesen bis zum Horizont. Aber auch Abenteuergärten mit Palmen, Orchideen, geheimnisvollen Zeichen und bizarren Skulpturen entstehen. Der leichte Wind verfängt sich im Windspiel, das zwischen Bambuszweigen hängt. Wasserfontänen sprudeln aus eleganten Vasen. Bambusstege führen über Seerosenteiche.

Nicht der völlig sich selbst überlassene Garten wird heute geschätzt, sondern die Verbindung von Wildheit und künstlerischer Gestaltung. Spiele mit Farben, Formen, mit Blättern, Blüten, Samenständen bilden wesentliche Aspekte im Gartenbild. Dabei will man nicht einen perfekten Zustand über einen bestimmten Zeitraum hinweg erreichen, sondern sucht die spannende Veränderung im Jahreslauf.

Wildblumen Wiese

Die Hinwendung zu lebenden, sich verändernden Gartenbildern ließ einige Pflanzenarten in den Vordergrund treten. Wildblumen und Blumenwiesen sind zur Zeit groß im Trend. Zu den Favoriten zählen die einjährigen Mischungen aus Feld- und Wiesenblumen. Sie wachsen schnell und einfach auf großen und kleinen Flächen, sogar im Balkonkasten heran. Bei dauerhaften Blumenwiesen mischen sich unter die Feldblumen langlebige Stauden wie Margeriten, Schafgarbe, Schlüsselblumen und Lupinen.

Wilde Gärten

Wilde Gartenblumen

Blumenwiesen sind unübertroffene Naturschutzgebiete, selbst auf kleinstem Raum. Etwa 1500 Insektenarten sind auf diesen Lebensraum angewiesen. Das Summen und Brummen ist hier unbeschreiblich. Blumenwiesen gedeihen am besten an mageren Standorten und werden nur zweimal im Jahr mit der Sense gemäht.

Zwiebelgewächse verlängern in den Blumenwiesen die Blütezeit. Man sollte allerdings die kleinen verwildernden Blumenzwiebeln weitgehend in Ruhe lassen. Die Natur führt hier selbst Regie. Erst sechs Wochen nach der Blüte von Schneeglöckchen, Blausternchen, Anemonen, Allium und Narzissen darf man mähen. Inzwischen haben sich die Zwiebelchen eifrig ausgesät. Sie bilden mit den Jahren immer üppigere Teppiche.

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Wenn man im Spätsommer und Herbst an wilde Gärten denkt, fallen wohl zuerst die wunderbaren Blumenrabatten ein. Stauden, Rosen und Einjährigen in allen Größen, Formen und Farben setzen hier dynamische Akzente.Türkenbundlilien, Königslilien schaffen zusammen dem riesigen Federmohn, dem Kandelaber- Ehrenpreis, dem Wasserdost oder den Steppenkerzen beeindruckende Farben – und Formenspiele.

Hinzu kommen noch die Giganten mit dem sonnigen Gemüt wie Sonnenbraut, Sonnenhüte, Riesen – Alant und die einjährigen Sonnenblumen. Einige locker dazwischen gesetzte fremdländische Gewächse wie Cannas oder Dahlien bereichern die Gärten außerordentlich. Sie bringen noch Farbe in die Anlagen, wenn die einheimischen Pflanzen schon längst verblüht sind.

Besonders dynamisch und spannungsvoll wird es, wenn Gräser im Spiel sind. Die sanft wiegenden Bewegungen der hohen Gräser und Stauden, ihre Transparenz und Durchlässigkeit schaffen immer neue Gartenbilder und verwischen sie gleich wieder. Wenn die Sonne seitlich oder von hinten auf die Gräser fällt, scheinen an vielen Tagen die Beete zu glühen, unter hellem, bedeckten Himmel glänzen sie sanft.

Fast immer fangen die Gräser den leisesten Wind ein, um damit zu spielen. Manchmal werden Nebel und Dunst geheimnisvoll zwischen den Halmen liegen. Im Winter bilden die Gräser und die letzten Samenstände der Stauden feine Strukturen, an denen der Regen hängenbleibt und die der Raureif mit Tausenden von Eiskristallen überzieht.Sie zu beobachten, ist genau so faszinierend und beruhigend wie dem Rauschen eines Baches zu lauschen, der Blick auf das stetige Kräuseln des Wassers im Teich. Die bewegten Beete zu gestalten, gehört allerdings zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Gartenarchitektur.

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Gräserpassen prima zu der minimalistischen Kühle moderner Architektur. Überall wo sie auftreten – sei es als prachtvolle Solisten oder in Gruppen – ziehen sie sofort alle Blicke auf sich. Stehen sie in größeren Gruppen, sind gar die Riesengräser mit im Spiel, haben sie immer etwas von Abenteuer, Wasserlandschaft und im trockenen Bereich von weiter Prärie an sich. Der Bambus, das immergrüne, weitgehend gleichbleibende Riesengras aus Japan bringt exotisches Flair in den Garten.

Unkomplizierte Nachbarn sind die Gräser und Stauden in den Beeten nicht immer. Viele von ihnen, vor allem die Einheimischen säen sich kräftig aus und sind den gesetzten Zierpflanzen an Lebenskraft stark überlegen. Es tauchen auch immer wieder neue Akteure auf. Mauerblümchen werden Diven, während mancher Star der letzten Saison spurlos verschwindet. Die wilden Gärten sind ständig in Bewegung. Das eigentlich Spannende an ihnen ist ihre Dynamik: man kann daher nicht alles kontrollieren und vorhersehen, aber immer eröffnen sie neue faszinierende Perspektiven.

Schlossgärten – interessante Gartenideen von Gestern

Ausflugstipp nicht nur für Gartenfans: Warum nicht mal auf Zeitreise gehen und die aristokratischen Gartenträume vergangener Zeiten erkunden? Hier können Sie einzigartige Gartenwelten entdecken und viele vergnügliche Stunden verbringen.

Ausflugstipp nicht nur für Gartenfans: Warum nicht mal auf Zeitreise gehen und die aristokratischen Gartenträume vergangener Zeiten erkunden? Hier können Sie einzigartige Gartenwelten entdecken und viele vergnügliche Stunden verbringen. Im ersten Teil unserer Reihe haben wir Ihnen das Wörlitzer Gartenreich, die Gärten von Schloss Hellbrun und Schloss Dennenlohe kurz vorgestellt.

Schlossgärten

Sanssouci

Sanssouci ist die Welt eines Philosophen auf dem preußischen Königsthron. Das berühmte und im Vergleich so wenig repräsentative Schloss auf dem Weinberg ist heute UNESCO Weltkulturerbe und ein Besuchermagnet für Touristen aus allen Ländern. Die liebliche Gegend um Potsdam war seit dem ‚Großen Kurfürst‘ Sommersitz der preußischen Könige. Aber erst Friedrich II. – der ‚Alte Fritz‘ – errichtete hier zwischen 1745 und 1747 ein Schloss.

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Den Schlossbau ließ er Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff gestalten, der auch den Garten stark beeinflusste. Garten und Schloss gelten heute als Muster eines spätbarocken Gesamtkunstwerks. Ein Rundgang durch den Park Sanssouci ist stets eine Mischung aus Kunstgenuss und Gartenerlebnis. Bauwerke zeigen sich in den verschiedensten Stilrichtungen, manche klassizistisch, auch italienisch inspiriert. Olympische Götter und Musen begleiten uns als prächtige Statuen. Überall im Park gibt es intime Orte, an denen sich Prunk und Antikenverehrung friderizianisch verbinden.

Rondelle und Fontänenbecken werden von Marmorplastiken umsäumt. Es findet sich aber auch ein Mohrenrondell, das Chinesische Teehaus mit dem aufwändig vergoldeten Figurenschmuck. Eine ganze Welt im Kleinen tut sich auf. Unverkennbar ist bei allen Schöpfungen der geistige Hintergrund einer absolutistischen Staatsidee.

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Drei Jahrzehnte nach dem Tod Friedrichs im Jahr 1786 entwarf Peter Josef Lenné einen Plan zur Vergrößerung des Parks nach Süden. Das ‚altmodische‘ Werk Knobelsdorffs sollte abgelöst werden. Der streng formale Stil der Barockgärten wird abgelöst durch eine neue Natürlichkeit. Man legt Teiche an, gewundene Bachläufe, Wege und naturnah modellierte Hügel, Baumgruppen auf weiten Rasenflächen. Auch in Sanssouci entstehen nun zusätzlich weitläufige Anlagen im Stil englischer Landschaftsgärten. Besucherinformationen finden Sie hier.

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Trauttmansdorff – Auf den Spuren von Sissi

Seine Bekanntheit verdankt Trauttmansdorff bei Meran vor allem der Kaiserin Elisabeth von Österreich, die 1870 zusammen mit ihren Töchtern Gisela und der kränkelnden zweijährigen Marie Valerie ihr Winterdomizil in diesem Schloss bezog. Als die Wiener Zeitungen schon nach wenigen Wochen meldeten, dass es der kleinen Marie Valerie im milden Winterklima von Meran schon viel besser gehe, wurde die Stadt als Kurort berühmt. Meran war eine der beliebtesten Destinationen der Belle Époche. Vieles erinnert heute in Trautmannsdorff und in Meran die Erholung Suchenden aus aller Welt an die unvergessene Sissi.

Die klare Bergluft mit viel Sonnenschein und milden Wintern sind der Hauptgrund für die Kurerfolge und ermöglichen es seit 150 Jahren mediterrane, selbst exotische Gewächse in Meran anzupflanzen. Palmen und Agaven wachsen überall in der Stadt. In dem 12 Hektar großen Parks von Trauttmansdorff plante man, die ganze Welt in einem Garten zu versammeln. Es wurden Gewächse und Gartenformen aus allen Erdteilen hier vereint. So findet man beispielsweise den japanischen Auwald neben Kulturlandschaften wie Reisterrassen und Teeplantagen.

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Dieser erst 1994 entstandene wichtigste botanische Garten Südtirols ist überwiegend formal mit modernen Materialien wie Chrom und Holz von jungen experimentierfreudigen Architekten gestaltet. Er präsentiert Sonnengärten des Mittelmeerraums, Vorderasiens, des Himalaya und Trockenvegetation der Halbwüste, Wasser- und Terrassengärten etwa aus England und Italien, Waldgärten aus aller Welt und die typischen Natur- und Kulturlandschaften Südtirols. Eingebettet in die eindrucksvolle Kulisse der Meraner Berge vermitteln diese Gärten überwältigende Eindrücke und Anregungen.

Gärten von Trautmannsdorff

Treppenwege führen in den formalen Garten nach italienischer Manier, in den Staudengarten im englischen Stil. Streng beschnittene immergrüne Gehölze gehen in vielfarbige Blütenrabatten über. Die Treppen begleiten Wasserläufe, die in den sanft geschwungenen Seerosenteich mit farbenprächtiger Ufervegetation münden. Spazierwege, auf denen schon Sissi während ihrer täglichen langen Ausflüge wandelte, schlängeln sich über Terrassen den Hang empor und öffnen den Blick auf die umliegenden Berge. Wenn man von der Weitläufigkeit, dem globalen Gedankengut dieses Gartens nicht genug bekommen kann, sollte man die Aussichtsplattform, den sogenannten ‚Mateo Thun’schen Gucker‘ besteigen, der das Gefühl vermittelt, frei in der Luft über einer imposanten Märchenwelt zu schweben. Die Homepage der Gärten finden Sie hier.

Insel Mainau

Insel Mainau

Die Insel Mainau, die Blumeninsel, ist eine der größten Attraktionen am Bodensee. Sie ist Park mit einer außerordentlichen Sammlung fremdländischer Gewächse, Zentrum für Gartenfreunde, Mekka für Orchideenexperten, Gehölzkundler und Liebhaber farbenfreudiger Blumenshows. Die Pflanzen, die in Motiven dargestellt werden, wechseln mit der Jahreszeit.

Gärtner und Liebhaber vieler Länder interessieren sich für die die subtropische Pflanzenwelt sowie die Neuzüchtungen von Tulpen, Rosen und Dahlien. Alle Gewächse finden auf der Insel mit dem ausgeglichenen Bodenseeklima ideale Lebensbedingungen. Etliche Besucher werden jedoch jedes Jahr auch durch den aristokratischen Hintergrund der Insel Mainau angelockt.

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Zunächst römischer Militärstützpunkt, dann Rittersitz, ab dem 9. Jahrhundert im Besitz des Klosters Reichenau, später des Deutschritterordens. 1827 kaufte Fürst Esterhazy-Galantha die Insel und begann mit der Anpflanzung wertvoller Bäume. Nach weiteren Besitzerwechseln ließ Großherzog Friedrich I. von Baden die Insel und den Schlosspark neu gestalten. Danach erneute Besitzerwechsel, die Insel verwilderte bis sie der spätere und bekannteste Eigentümer Graf Lennart Bernadotte 1932 übernahm. Mit einer seltenen Mischung aus Naturverbundenheit, Kunstverständnis und ökonomischen Kalkül renovierte er die Mainau von Grund auf.

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Bernadotte war durch seine spektakuläre Lebensgeschichte weltweit bekannt. Pikanter Stoff für die Presse und der Hintergrund für ein groß angelegtes Marketingkonzept, das jährlich circa Millionen Menschen auf die Insel lockt. Gemütliche Restaurants, ein Streichelzoo, ein Spielplatz, eine Ponyreitbahn, ein Schmetterlingshaus mit frei fliegenden tropischen Faltern, aber auch ein 15 m langer und neun Meter hoher Gartenzwerg aus Blumen – der den Anspruch auf den Eintrag ins Guiness- Buch der Rekorde sicherstellen soll – sind Konzessionen an die Menge. Highlights sind der symmetrisch angelegte Rosengarten, die Rhododendron-Anlage und die ‚italienische Wassertreppe‘ im Renaissancestil. Mehr über die Insel unter www.mainau.de

Ausflugstipp: Faszinierende Schlossgärten

Unser Ausflugstipp für Gartenfans: Warum nicht mal auf Zeitreise gehen und die aristokratischen Gartenträume vergangener Zeiten in faszinierenden Schlossgärten erkunden?

Weltreise sind in diesem Jahr wohl nicht angesagt, eher Ausflüge und kürzere Reisen in die nähere und weitere Umgebung. Unser Ausflugstipp für Gartenfans: Warum nicht mal auf Zeitreise gehen und die aristokratischen Gartenträume vergangener Zeiten erkunden? Hier nur ein paar Vorschläge, in der nächsten Folge stellen wir Ihnen weitere traumhafte Schlossgärten vor.

Ein ganzes Fürstentum als Garten: Das Wörlitzer Gartenreich

Leopold III. Friedrich Franz von Dessau-Wörlitz war von der Idee besessen, sein kleines Fürstentum in ein Gartenreich nach englischem Vorbild zu verwandeln. 1765 begann der England-Enthusiast in Wörlitz einen weitläufigen Park nach englischem Muster anzulegen. Fürst Franz, wie er im Volksmund kurz genannt wurde, war ein Freund der schönen Künste. Die Ideen der Aufklärung und mehrere Bildungsreisen nach England, Italien und andere Länder prägten den jungen Fürsten nachhaltig. Zu seinen ehrgeizigen Zielen gehörte die Schaffung eines modernen Staatswesens mit zu seiner Zeit geradezu revolutionären sozialen Ideen.

Wörlitzer Gartenreich

Das alles wurde nicht zuletzt verdeutlicht durch die großzügigen, für jedermann zugängigen Parkanlagen, wie er sie auf seinen Reisen in England gesehen hatte. 1767 begannen die fast vierzig Jahre dauernden Arbeiten. Sie gingen als früheste und größte Landschaftsgestaltung ganz Kontinentaleuropas in die Gartenhistorie ein, wurden zum Wegbereiter einer neuen Gartenkultur.

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Auf einer Fläche von circa 112 ha entstanden Alleen, Kanäle, Brücken, Seen, künstliche Inseln, kleine Tempel und Pavillons. Selbst am Aufbau eines Weinbergs versuchte sich Fürst Franz. Ganz nach dem Vorbild des ‚Alten Fritz‘, aber mit mäßigem Erfolg. Die ungeschützten Weinstöcke wollten in dem rauen Klima nicht wachsen. Sonst aber ist das Gartenreich einmalig. Keinerlei Mauern und Zäune beeinträchtigen die Weite. Ein gut angelegtes Wegenetz verführt uns noch heute dazu, die Schönheit der Landschaft zu Fuß oder per Fahrrad zu erkunden. Besucherinformationen finden Sie hier.

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Dieser Garten macht einfach Spaß: Schloss Hellbrunn

Der Fürsterzbischof von Salzburg, Markus Sittikus Graf von Hohenems ließ 1613 am Stadtrand von Salzburg ein einzigartiges Lustschloss mit Park errichten. Er wollte einen Ort erschaffen, den es so noch nie gegeben hat.

Ausflugstipp Schlossgärten

Kunsthistoriker sehen in dem Schlosspark ein manieristisches Gesamtkunstwerk. Auf 60 Hektar findet man teils künstlich angelegte Parklandschaften, teil naturbelassene Biotope, Wiesen, Hügel, Teiche. Versteckt im Wald findet man ein Steintheater, auf einem Hügel ein kleines Jagdschloss.

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Das Spektakulärste in Hellbrunn sind die Wasserspiele – eine Anlage mit Wasserautomaten, Grotten und Brunnen. Ein Spielzeug für große Kinder. Die Besucher von Schloss Hellbrunn können seit 400 Jahren von Wasserkraft bewegte Figuren genauso wie wasserspeiende Hirsche bestaunen.

Wasserspiele Schloss Hellbrunn

Die Wasserspiele bieten ein feucht-fröhliches Vergnügen. Der Hausherr ließ einige Scherze einbauen, mit denen die Gäste völlig überraschend nassgespritzt werden konnten. So findet man hier einen großen, steinernen Tisch mit integriertem Weinkühler und 10 steinernen Hockern. In 9 Hocker befinden sich in der Mitte der Sitzfläche Wasserdüsen. Der Gastgeber konnte jederzeit seinem Diener ein Zeichen geben und so seine Gäste ärgern oder zum Gehen bewegen. Mehr zu Schloss Hellbrunn finden Sie hier:

Schloss Dennenlohe

Ausflugstipp: Faszinierende Schlossgärten 28

Schloss Dennenlohe

Im beschaulichen fränkischen 130-Seelen-Dorf Unterschwaningen liegt Schloss Dennenlohe. 1734 erbaut gilt es als eines der schönsten Barockensembles in Bayern. Der Park von Dennenlohe besteht aus 3 Teilen: der Rhododendronpark der aufgrund seiner Pflanzenvielfalt als Botanischer Garten anerkannt ist, der stetig wachsende Landschaftspark sowie der nur an wenigen Tagen im Jahr geöffnete Privatgarten des Schlosses.

Ausflugstipp: Faszinierende Schlossgärten 29

Der Schlossherr, Baron Süsskind, auch der „Grüne Baron“ genannt, lebt in der 8. Generation auf dem Schloss und hat sich hier durch die Schaffung eines außergewöhnlichen Rhododendron- und Landschaftsparks seinen Lebenstraum verwirklicht. Der Landschaftspark wird laufend erweitert, so dass man immer neue Gartenideen in Dennenlohe findet. Der Landschaftspark wird laufend erweitert, so dass man immer neue Gartenideen in Dennenlohe findet. Auch ganz moderne Gartenelemente kann man hier bewundern. Die Homepage des Gartens

Traumgärten – exotisch inspiriert

Fremde Kulturen haben die Europäer schon immer interessiert. Im Spätmittelalter trafen maurische Weisheit und südeuropäische Grandezza aufeinander und schufen mit den Gärten der Alhambra im spanischen Granada ein unerreichtes kulturelles Erbe.

Fremde Kulturen haben die Europäer schon immer interessiert. Im Spätmittelalter trafen maurische Weisheit und südeuropäische Grandezza aufeinander und schufen mit den Gärten der Alhambra im spanischen Granada ein unerreichtes kulturelles Erbe. Seit Marco Polo hat es immer wieder Asien-Wellen gegeben, durch die asiatische Pflanzen, Gartenstile und Philosophien nach Europa getragen wurden. In den formalen Gärten des frühen 18. Jahrhunderts finden sich bereits chinesische Bauten oder chinoise Ideen.

Park von Sanssoucii
Chinesisches Teehaus im Park von Schloß Sanssouci

Asiatische Pflanzen wie der Strauchhibiskus, die Glyzine, Samthortensie, das Mandelbäumchen, die Zaubernuss, Catalpa, Kolkwitzie, Tiger – und Königslilien, mediterrane Gewächse wie Olivenbäume, Zypressen und Lavendel…. sind schon längst bei uns heimisch geworden. Die Gartenstile fremder Kulturen werden ehrfürchtig bestaunt und vielfach übernommen.

Hibiscus

Feng Shui, die Jahrtausende alte chinesische Kunst, Lebensräume harmonisch zu gestalten, um Glück, Wohlstand und Gesundheit zu erlangen, hält Einzug in unsere Gärten. Auch fremde Gartentechniken werden nachgeahmt, etwa die des kunstvollen Steinsetzens, der Anlage von Kiesbeeten, Teichen mit niedrigen Brücken und Trittsteinen.

In der Aufklärung des 18. Jahrhunderts spielen Gärten anderer Kulturen eine große Rolle als ästhetische Vorbilder und Quelle der Inspiration. Bei einer aktiven Begegnung mit der Natur glauben die Menschen zu sich finden zu können. Nicht nur der Adel sondern auch das wohlhabende Bürgertum und später Menschen aller Schichten suchen Selbstverwirklichung im Garten. „Wer mich ganz kennenlernen will, muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz“, sagt Fürst Pückler, einer der größten Gartengestalter jener Zeit.

Eigenwillige Gartentypen entstehen. Alles, was den Menschen gut und teuer ist, wird in den Gärten zusammengetragen. Das können Pflanzenschätze aus aller Welt sein, die Globetrotter in den bizarren Dschungelgärten im Mittelmeerraum anhäufen.

Parco Scherrer
Parco Scherrer

Das kann auch ein Sammelsurium von Statuen verschiedener Epochen und Erdteile sein, wie im berühmten Monte Palace Tropical Garden in Madeira oder im Parco Scherrer am Luganer See. Eine „Musterkollektion von Weltgegenden“, einen Paradiesgarten, in dem die Pflanzen aller Weltteile gastieren, nennt André Heller heute seinen faszinierenden Garten am westlichen Ufer des Gardasees.

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Traumgärten – exotisch inspiriert 33Traumgärten – exotisch inspiriert 34

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Die Medien, vor allem der weltweite Reiseverkehr ermöglichen es jetzt, dass viele Menschen sich selbst ein Bild von den Schönheiten, auch den Gärten der Welt machen können. Gartenfestivals und Shows geben ein umfassendes Bild von den Trends. Der Horizont der Menschen ist sozusagen umfassender geworden. Auch die Auseinandersetzung mit anderen Kulturkreisen und ihren Künsten geht jetzt weiter.

Andererseits betrachten – will man den Trendforschern glauben – heute eine wachsende Zahl von Menschen Reisen in ferne Länder als zu gefährlich. Die Globetrotter haben von früheren Touren Gartenideen und Souvenirs aus aller Welt in ihre Heimat mitgenommen und wollen dort ihre Gartenträume verwirklichen.

Garten asiatisch inspriert
Garten asiatisch inspriert

Ausgefallenes Lackmobiliar und Bambusmöbel, typisch japanische oder chinesische Keramikgefäße, Bambuskörbe, Steinlaternen, umkränzte Buddha – Figuren schmücken nun die Gärten. Dabei verselbständigen sich die Stile, führen ins Reich der Fantasie. Es wird nun weniger wichtig, einen Stil originalgetreu nachzuahmen, viel bedeutender ist die gestalterische Originalität.

Natürlich muss man sich fragen, was an einem bestimmten Land und seiner Gartenkunst uns fasziniert. Welche Erinnerungen, welche Emotionen verbinden wir damit, was ist an ihnen so wichtig, dass sie sich im Garten wiederfinden sollen? Suchen wir die Farbenpracht, die Geselligkeit, die Leichtigkeit des Seins, die südliche Gärten bieten?

Begeistert uns die überbordende Fülle, die Lebenskraft, die aus tropischen Gärten spricht oder die Bewegung, Grazie, der Überlebenswillen der Steppengärten? Fasziniert uns die Disziplin, die Demutshaltung gegenüber der Natur, die asiatischen Anlagen ausdrücken? Oder möchten wir gar alles zusammen?

Schließlich kommt es darauf an, diese Emotionen zu visualisieren. Das ist schwierig, erfordert Mut, Experimentierfreude und Stilsicherheit, gegebenenfalls fachkundige Beratung. Sich mit fremden Stilelementen zu schmücken, den eigenen Garten völlig anders zu gestalten, ist immer ein Zeichen deutlich sichtbarer Abgrenzung, wirksamer Ausdruck der Individualität. Wer sich beispielsweise für einen tropischen Hausgarten entscheidet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er dann nicht wirklich ein Stück tropischer Fauna besitzt, sondern seine sehr persönliche Deutung gestaltet hat.

Traumgarten

Manche Schwierigkeiten mit tropischen oder mediterranen Pflanzen mussten die Liebhaber fremder Gärten in unserem rauen Klima bewältigen. Etliche der exotischen Pflanzen wie etwa die Yuccas, Hanfpalmen, Wollmispeln… erwiesen sich aber in milderen Gegenden bei günstigem Kleinklima durchaus als winterhart. In raueren Lagen prägten Gräser in jeder Größe, vor allem Bambus und die auffälligen großen Blattstauden wie die Gunnera das Bild der exotischen Gärten.

Dahlien und Cannas, die für einen Blütenrausch im Sommer sorgen, können als Wurzelstock im Haus überwintert werden, die Japanische Faser-Banane kappt man beim ersten Frost und schützt die Wurzel mit Torf und Noppenfolie. Größere Palmen werden bei Temperaturen unter -10 Grad mit Schilfmatten und Jutesäcken umwickelt. Ansonsten kann man auch einjährige Pflanzen, die in ihrer ursprünglichen Heimat Tropenschönheiten sind, ebenso Kübelpflanzen zur Gestaltung der exotischen und mediterranen Gärten einsetzen.

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Traumgärten – exotisch inspiriert 37Traumgärten – exotisch inspiriert 38

Italienischer Gartentraum – Villa Cimbrone

Die Geschichte der Gartenkunst ist gekennzeichnet durch die sich ständig wandelnde Beziehung des Menschen zur Natur. Die Sehnsucht des Einzelnen nach seinem Traum vom Paradies, seine Furcht vor der realen Natur und der Wunsch eben diese Natur zu beherrschen, sind die treibenden Kräfte.

Villen und Gärten gehören in Italien untrennbar zusammen. Kaum ein anderes europäisches Land hat so viele Garten- und Villentypen im Lauf der Jahrhunderte hervorgebracht und verfeinert, wie das Land am Stiefel. Im Mittelalter galt der Garten hier als Ort meditativer Einkehr, des Gebets. Später wurden in die Gärten der Adligen und Klöster auch Obst-, Kräuter- und Gemüsebeete integriert.

Die Kreuzritter brachten bei ihrer Heimkehr aus maurischen und anderen arabischen Ländern nicht nur Blumen und Sträucher, sondern auch ganz neue Gartenideen mit. In Süditalien trug der Kontakt zu Byzanz und zu sarazenischen Völkern – mit denen man teils Handel betrieb, sich teils auch heftig befehdete – zu einem multikulturellen Gartenverständnis bei.

Villa Cimbrone Ravello

Die letzte ganz unblutige Eroberung der großen Villen und Gärten Italiens erfolgte durch meist englische Globetrotter, die im britischen Empire wohlhabend geworden waren. Auch Söhne englischer Adelsfamilien wurden nach Italien geschickt, um sich den letzten Schliff anzueignen. Die Ländereien Süditaliens waren nach der Hochblüte der Gegend im 12. Jahrhundert immer billiger geworden, da das Gebiet permanent verarmte. Zum anderen übte die multikulturelle Vergangenheit, die soviel gelebtes Leben, soviel kulturelle Tiefe zu Tage treten ließ, eine geheimnisvolle Faszination auf die friedlichen Eroberer aus.

Die Natur hat den Menschen am Golf von Salerno in Süditalien nicht viel Platz gelasssen. Wo das Wasser endet, beginnen die steil aufragenden Berge. Mühselig machten die Küstenbewohner im Lauf der Jahrhunderte Zentimeter für Zentimeter der kargen Hänge urbar. Auf den steilen Abhängen an der Küste verherrlicht die Natur den Sieg der typischen Mittelmeervegetation. Die klassische Macchia besteht aus wild durcheinander wuchernden Stauden und Büschen, die Wildschhweinen und Niederwild eine Heimat geben

Hier kann man die hohen Blüten der Agaven bewundern, die blattreichen Kronen der Johannisbrotbäume. Auf dem grünen Hintergrund fallen die lebhaften Farben der Bougainvillen auf und das Rot und Orange der reifen Kaktusfeigen. Die Zitronen sind die berühmtesten Pflanzen der Küste, mühsam auf steilen Terrassen kultiviert. Die Früchte erreichen eine ungewöhnliche Größe und einen besonderen Wohlgeruch.

Villa Cimbrone Ravello

Hoch über diesen pittoresken Gärten und Kleinplantagen liegen in dem Bergstädtchen Ravello zwei malerische Villen und ihre außergewöhnlichen Gärten. Seit dem 19. Jahrhundert sind sie das Lieblingsziel der „Grand Tour“,der Bildungs- und Vergnügungsreise internationaler Künstler und Intelektueller. In Ravello haben sich Richard Wagner, Longfellow, André Gide, Bernstein, Strawinsky, Toscaninni…. aufgehalten und sind dem Charme dieses Ortes erlegen.

Es ist auch interessant, dass sich Greta Garbo auf einer ihrer Liebesfluchten, die die Regenbogenpresse um 1930 begeisterte, sich ausgerechnet in Ravello „versteckte“. Berühmte Filme u.a. mit Humphrey Bogarth wurden in dieser Traumkulisse gedreht.

Entscheidend verhalf Richard Wagner Ravello zu internationaler Berühmtheit. Er kam auf einem Eselstroß mit großem Gefolge angeritten, logierte im besten Hotel und vergaß später die Rechnng zu bezahlen. Dafür machte er den Garten der Villa Rufolo in Ravello unsterblich. Beim Anblick der Anlage rief er begeistert:“ Endlich habe ich den verzauberten Garten von Klingsor gefunden.“

Wagner war damals in einer Schaffenskrise und bekam durch die Gärtender Villa Rufolo die Inspirationen zum zweiten Akt des Parzifal, der einen wichtigen Platz in der deutschen Kultur und Phantasie des 20. Jahrhunderts einnimmt. Auch Hermann Hesse und andere griffen darauf zurück.

Die Wagner- Tradition wird heute durch sommerliche Konzerte im Garten der Villa Rufolo aufrecht erhalten. Dabei scheint das Orchester, das auf einer hölzernen Terrasse sitzt, zu schweben, dem Himmel und dem tiefblauen Mittelmeeer – wie André Gide sagen würde – gleich nah.

Die Villa Rufolo wurde 1881 von Francis Neville Reid erworben und nach dem alten Vorbild aus dem 13. Jahrhundert rekonstruiert. Sie ist heute ein Gesamtkunstwerk aus byzantinischer und sizilianischer Architektur mit maurischen Kreuzgängen. Der Garten erscheint teils üppig wild, teils sterng geometrisch. Das Schönste ist der Blick von den hängenden Terrassen über die traumhafte Weite des Golfs von Salerno.

Villa Cimbrone Ravello

Am Südrand von Ravello liegt die Villa Cimbrone auf einem Felsvorsprung. Ein Palast wie ein Märchenschloß, hinter dem sich eine gigantische Parkanlage ausbreitet. Palmen, Hortensien, Begonien, Limonenbäumchen, Glyzinien, Cercis siliquastris bestimmen die grazile Atmosphäre. Der Engländer Ernest William Becket erwarb 1904 den verfallenen Palast aus dem 14. Jahrhundert und ließ ihn völlig umbauen. Ansatzweise benutzte er die ursprünglichen Architekturstile, die römischen, byzantinischen und sarazenischen. So entstand ein zwar nicht stilreines Anwesen, doch die Inkarnation allen mediterranen Zaubers.

Becket litt zu Beginn der Restaurierung unter schweren Depressionen, von denen er später völlig befreit war. Die große Sichtachse durch den Garten ist wie ein Symbol seiner Gesundung. Man geht durch mit Glyzinien bewachsene schattige Laubengänge auf einen dorischen Tempel zu mit dem Standbild der Göttin Cerces. Dahinter schimmert Licht. Wenn man vom Tempel auf die anschließende Terrasse der Unendlichkeit tritt, verschlägt es einem zunächst die Sprache. So berauschend ist der Ausblick: ein Panorama, durchdrungen von sämtlichen Blau – Facetten auf die steile Küste und die romantischen Orte. Der Weitblick reicht bis Salerno, abgesteckt durch die marmonen Häupter griechischer Göttinnen. Die Villa Cimbrone ist ein Ort zum Innehalten, zum Staunen und Träumen. Ein Ort, um die Einzigartigkeit spürbar zu erleben.

Villa Cimbrone Ravello

Berühmte Zeitgenossen wie Winston Churchill, Greta Garbo, D.H. Lawrence, der seine liebeshungrige Lady Chatterley hier ihre Amouren erleben ließ, haben diese Einzigartigkeit empfunden. Auch die unzähligen Besucher, die heute noch täglich kommen, werden von dem geheimnisvollen Zauber erfasst.

Zurück bleibt für alle die drängende Frage, ob man mit sicherem Stilempfinden doch durchaus außerhalb aller gängigen Konventionen nicht auch so einen einmaligen, ganz persönlichen Garten wagen sollte.

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