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12 Tipps für einen pflegeleichten Garten

Ein schöner Garten muss nicht zwangsläufig viel Arbeit machen. Im Gegenteil: Wer bei der Planung und Pflanzenauswahl einige Grundregeln beachtet, kann sich über einen attraktiven Garten freuen, der nur wenig Pflege benötigt.

Gerade Berufstätige, Familien, Senioren oder Menschen, die häufig verreisen, wünschen sich einen Garten nach dem Motto: „Wenig Arbeit – viel Zeit zum Genießen“.

Der Schlüssel zu einem Garten, der glücklich macht, liegt nicht in ständigem Jäten, Schneiden und Gießen, sondern in einer durchdachten Gestaltung.

Die richtige Planung spart später viel Arbeit

Am Anfang steht die Frage: Wie möchten Sie Ihren Garten nutzen?

Soll er vor allem ein Ort der Erholung sein? Ein naturnaher Lebensraum für Tiere? Ein Spielparadies für Kinder? Oder wünschen Sie sich einen repräsentativen Garten mit möglichst wenig Pflegeaufwand?

Wer ehrlich einschätzt, wie viel Zeit und Energie er tatsächlich in die Gartenarbeit investieren möchte, kann viele spätere Enttäuschungen vermeiden. Oft genügt es schon, besonders arbeitsintensive Bereiche zu reduzieren oder durch pflegeleichtere Alternativen zu ersetzen.

Dabei spielen auch die Standortbedingungen eine wichtige Rolle. Sonnige oder schattige Bereiche, Bodenart, Feuchtigkeit und die Pflanzen, die in der Nachbarschaft besonders gut gedeihen, geben wertvolle Hinweise darauf, was im eigenen Garten dauerhaft problemlos wachsen wird.

Schluss mit dem perfekten Rasen

Viele Gartenbesitzer träumen vom sattgrünen englischen Rasen. Tatsächlich gehört er jedoch zu den arbeitsintensivsten Bereichen eines Gartens.

Ein dichter, gepflegter Rasen benötigt regelmäßiges Mähen, Düngen, Vertikutieren und Nachsäen. Besonders in trockenen Sommern kommt häufiges Bewässern hinzu.

Deutlich pflegeleichter ist eine Wildblumenwiese. Sie wird meist nur ein- bis zweimal jährlich gemäht, bietet Lebensraum für zahlreiche Insekten und setzt vom Frühjahr bis in den Sommer farbenfrohe Akzente. Wer ausreichend Platz hat, kann auch nur einen Teil des Rasens in eine Blumenwiese umwandeln und so den Pflegeaufwand erheblich reduzieren.

Stauden statt Sommerblumen

Einjährige Sommerblumen müssen jedes Jahr neu gepflanzt werden. Mehrjährige Stauden dagegen begleiten Gartenfreunde oft über Jahrzehnte.

Nach der Blüte ziehen sich viele Stauden im Herbst zurück und treiben im Frühjahr erneut aus. Der Pflegeaufwand beschränkt sich meist auf das Entfernen alter Pflanzenteile im zeitigen Frühjahr.

Besonders bewährt haben sich robuste Arten wie Frauenmantel, Sonnenhut, Mädchenauge, Skabiose oder verschiedene Storchschnabel-Sorten. Sie blühen lange, wachsen zuverlässig und benötigen nur wenig Aufmerksamkeit.

Heimische Pflanzen sind oft die besseren Überlebenskünstler

Wer auf heimische Pflanzen setzt, spart häufig Zeit und Arbeit. Sie sind an unser Klima angepasst, kommen mit den örtlichen Bodenverhältnissen besser zurecht und zeigen sich oft widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Wetterextremen.

Exotische Pflanzen aus wärmeren Regionen benötigen dagegen häufig zusätzlichen Winterschutz, mehr Wasser oder besondere Bodenverhältnisse.

Der richtige Standort entscheidet

Eine der wichtigsten Regeln für einen pflegeleichten Garten lautet: Die richtige Pflanze an den richtigen Platz.

Sonnenliebende Pflanzen entwickeln sich im Schatten meist kümmerlich. Schattenpflanzen leiden dagegen in der prallen Mittagssonne. Wer die Bedürfnisse seiner Pflanzen berücksichtigt, spart sich später viel Arbeit beim Gießen, Düngen oder Ersetzen geschwächter Pflanzen.

Ein Blick über den Gartenzaun kann dabei hilfreich sein. Was beim Nachbarn prächtig gedeiht, hat oft auch im eigenen Garten gute Chancen.

Pflegeleichte Rosen für Romantiker

Rosen gelten oft als anspruchsvoll. Das trifft jedoch längst nicht auf alle Sorten zu.

Besonders Wildrosen und robuste historische Rosensorten benötigen nur wenig Pflege. Viele kommen ohne regelmäßiges Düngen aus, müssen kaum geschnitten werden und versorgen sich nach dem Anwachsen weitgehend selbst mit Wasser.

Ein guter Orientierungspunkt beim Kauf ist das ADR-Prädikat. Diese Auszeichnung erhalten besonders gesunde und widerstandsfähige Rosensorten.

Zusätzlich erfreuen viele Wildrosen im Herbst mit dekorativen Hagebutten, die zahlreichen Vogelarten als Nahrung dienen.

Bodendecker halten Unkraut in Schach

Unkrautjäten gehört zu den unbeliebtesten Gartenarbeiten. Mit Bodendeckern lässt sich dieses Problem deutlich reduzieren.

Pflanzen wie Storchschnabel, Waldmeister, Immergrün, Teppichknöterich, Waldsteinie oder Dickmännchen bilden dichte Pflanzendecken, die kaum Raum für unerwünschte Wildkräuter lassen.

Wer zusätzlich mulcht, reduziert den Pflegeaufwand nochmals erheblich. Rasenschnitt, Laub oder Rindenmulch halten den Boden feucht, unterdrücken Unkraut und verbessern langfristig die Bodenstruktur.

Laub nicht immer entfernen

Was im Herbst oft als lästige Arbeit empfunden wird, kann im Garten sehr nützlich sein.

Während Laub auf Rasenflächen entfernt werden sollte, darf es in Beeten ruhig liegen bleiben. Dort schützt es den Boden vor Frost, dient zahlreichen Nützlingen als Winterquartier und wird nach und nach zu wertvollem Humus.

Viele Stauden profitieren sogar davon, wenn ihre abgestorbenen Pflanzenteile erst im Frühjahr entfernt werden.

Weniger Töpfe, weniger Arbeit

Pflanzen in Kübeln und Balkonkästen benötigen besonders intensive Pflege. Da sie nur wenig Erde zur Verfügung haben, müssen sie regelmäßig gegossen und gedüngt werden.

Wer einen pflegeleichten Garten anstrebt, sollte daher möglichst viele Pflanzen direkt in den Gartenboden setzen. Dort können sie tief wurzeln und sich wesentlich besser selbst versorgen.

Clever bewässern

Auch beim Gießen lässt sich viel Zeit sparen. Statt täglich kleine Wassermengen auszubringen, ist es sinnvoller, seltener, dafür aber gründlich zu wässern.

So entwickeln die Pflanzen tiefere Wurzeln und werden widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit.

Moderne Bewässerungssysteme mit Tropf- oder Perlschläuchen übernehmen diese Aufgabe besonders effizient und wassersparend.

Pflegeleichte Gehölze wählen

Nicht jeder Baum und Strauch verlangt regelmäßige Schnittmaßnahmen.

Besonders pflegeleicht sind beispielsweise Zaubernuss, Schneeball, Rhododendron.

Blumenhartriegel, Zierapfel und Fächerahorn.

Auf stark wuchernde Pflanzen oder Gehölze mit hohem Schnittaufwand sollte man dagegen möglichst verzichten.

Moderne Technik nutzen

Wer den Pflegeaufwand weiter reduzieren möchte, kann moderne Technik einsetzen. Mähroboter (die man im Interesse der Igel nur tagsüber laufen lässt), automatische Bewässerungsanlagen oder leistungsfähige Akku-Gartengeräte erleichtern viele Arbeiten erheblich.

So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: den eigenen Garten zu genießen.

Anja Wehle

Dipl.-Kff. - Journalistin und Bloggerin. Ich liebe alles, was wächst, grünt oder blüht. Noch mehr faszinieren mich die Tiere im Garten. In meinen mehr als zwei Jahrzehnten als Gartenjournalistin durfte ich die erstaunlichsten Gärten besuchen und Menschen treffen, die mit Hingabe und Kreativität wahre grüne Kunstwerke geschaffen haben. Meine Kamera ist stets an meiner Seite, um die Schönheit der Gärten und ihrer tierischen Bewohner einzufangen.

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