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Flammkuchen neu interpretiert – mit karamellisierten Zwiebeln und Thunfisch

Zwiebelkuchen und Flammkuchen kombiniert: Flammkuchen mit karamellisierten Zwiebeln und Thunfisch.

Flammkuchen neu interpretiert - mit karamellisierten Zwiebeln und Thunfisch 1
Flammkuchen neu interpretiert - mit karamellisierten Zwiebeln und Thunfisch 2

Rezept mit Geschichte(n) – Auf meinem Streifzug durch Straßburg, der beschaulichen Hauptstadt des Elsass, stolperte ich über eine kulinarische Entdeckung, die meine Sicht auf den traditionellen Flammkuchen nachhaltig veränderte.

Flammkuchen mit karamellisierten Zwiebeln und Thunfisch

Vorher kann ich nur hauchdünne Flammkuchen, die spärlich mit Lauch und Speckwürfeln belegt waren. In einem bezaubernden Lokal offenbarte sich mir eine Variation dieses elsässischen Klassikers, die zwar die dünnen Teig und die cremige Grundlage bewahrte, jedoch mit einem opulenten Belag überraschte.: Flammkuchen mit karamellisierten Zwiebeln und Thunfisch.

Der Flammkuchen ist ein Gericht mit einer reichen Geschichte, das weit über die Grenzen des Elsass hinaus bekannt ist. Meistens kennt man Flammkuchen hauchdünn. Normalerweise besteht er aus einem dünnen Teig, großzügig bestrichen mit Sauerrahm oder Crème fraîche, und wird traditionell mit Lauch und Speck belegt.

Straßburg

Dass es unzählige Varianten für den Belag gibt, ist auch nicht neu: süße Flammkuchen, herzhafte Flammkuchen – mit Kürbis, Ziegenkäse, Feigen…. Die Liste lässt sich endlos erweitern. Eine meiner Lieblingsflammkuchen ist mit Kürbisflammkuchen mit Feta. Doch in aller Regel sind die Flammkuchen – wie gesagt – dünn mit wenig gestreutem Belag. Doch in diesem Straßburger Restaurant erwartete mich eine Neuinterpretation. Der Teig war dünn wie üblich, aber der Belag üppig.

Geschichte des Flammkuchens

Der Flammkuchen selbst hat eine faszinierende Geschichte, die bis vor mehr als 100 Jahren zurückreicht. Beim Flammkuchen ranken sich zahlreiche Geschichten um dessen Ursprung. In der gastronomischen Literatur tauchte der Flammkuchen vor mehr als 100 Jahren auf, aber seine Zubereitung in den alten Holzbacköfen der Elsässer Dörfer reicht noch weiter zurück.


Die Geschichte beginnt mit einer klugen Bäuerin, die, bevor sie ihr Brot in den Ofen schob, die Temperatur überprüfen musste. Hierfür nahm sie ein Stück Teig, rollte es hauchdünn aus und schob es in den Ofen. Die Backzeit des Teigs gab Aufschluss über die Ofentemperatur – rasches Bräunen zeigte an, dass der Ofen zu heiß war, während eine lange Garzeit auf Nachfeuern hindeutete.

Bei einer Backzeit von 2–3 Minuten herrschte die ideale Temperatur im gesamten Ofen. Anstatt den gebackenen Teig zu verschwenden, bestrich sie ihn mit Sauerrahm und belegte ihn mit Speck und Zwiebeln – eine Tradition, die bis heute erhalten bleibt. Der französische Name des Flammkuchens „Tarte flambée“ leitet sich von den Flammen ab, die aus der verteilten Glut des Ofens aufloderten.

 

Straßburg

„German Pizza“


Der Flammkuchen, eine kulinarische Köstlichkeit aus dem Elsass und den benachbarten Regionen, hat eine faszinierende Geschichte, die weit über die Grenzen von Frankreich und Deutschland reicht. Das Elsass, heute ein Teil Frankreichs, hat in den letzten 150 Jahren eine wechselhafte Geschichte erlebt, indem es mal zu Frankreich, mal zu Deutschland gehörte – ein kulinarischer Schmelztiegel.


Manche Engländer, man muss es ihnen nachsehen, haben den Flammkuchen als „German Pizza“ getauft, vielleicht nicht ganz im Einklang mit der historischen Realität, aber definitiv eine charmante Namensgebung.

Tradition und Kreativität verschmelzen

Ich wagte mich also an meine eigene Version des Flammkuchens, die den traditionellen dünnen Teig mit einer großzügigen Menge an Belag vereinte. Der Flammkuchen aus Straßburg hatte mir gezeigt, dass es abseits der gewohnten Pfade Raum für Kreativität gibt.


Meine eigene Variation kombinierte den Flammkuchen mit dem herbstlichen Klassiker, dem Zwiebelkuchen. Warum sollte man Zwiebeln nur im Herbst genießen? Diese Frage ließ mich zu einer kreativen Fusion inspirieren – ein Flammkuchen, der das ganze Jahr über zum kulinarischen Erlebnis wird.

Der Flammkuchen und die Pizza teilen tatsächlich einige grundlegende Elemente: ein Teig, der unten großzügig bestrichen wird – sei es mit einer klassischen Tomatensauce wie bei der Pizza oder mit Sauerrahm oder Crème fraîche, wie es beim Flammkuchen der Fall ist.

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Die kreative Fusion: Thunfisch und Zwiebeln


Inspiriert von einer meiner Lieblingspizzen, die in den letzten Jahren in den italienischen Trattorien immer öfter Einzug gehalten hat, wagte ich den kühnen Schritt, die Grenzen zwischen Flammkuchen und Pizza zu durchbrechen.

Die harmonische Verbindung von Thunfisch und Zwiebeln auf einer Pizza ist für viele längst zu einem Geschmackserlebnis geworden, das den Gaumen in Verzückung versetzt. Also dachte ich mir, warum nicht diese himmlische Kombination auf meinen Flammkuchen übertragen? Das Ergebnis war genial.

Der Flammkuchen, mit seinem knusprigen Teig und großzügig bestrichen mit cremiger Sauerrahm- oder Creme-Fraiche-Basis, bot die ideale Leinwand für diese kreative Geschmacksexplosion. Der herzhafte Thunfisch, reich an Aromen des Meeres, verschmolz förmlich mit den süßlich-karamellisierten Zwiebeln, die dem Ganzen eine köstliche Note verliehen.

Rezept für Flammkuchen mit karamellisierten Zwiebeln und Thunfisch

Zutaten


Für den Teig:

250 g Weizenmehl (Type 405)
150 ml lauwarmes Wasser
2 EL Olivenöl
1 Prise Salz
1 Prise Zucker

Wer sich die Mühe mit dem Teig sparen will, kann auch gut fertigen Teig aus dem Kühlregal benutzen.

Für den Belag:

3 große, rote Zwiebeln, in dünne Ringe geschnitten
2 EL Olivenöl
1 TL Zucker
1 Ei
150 g Thunfisch in Öl aus der Dose, abgetropft
150 g Crème fraîche
Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung


Teig vorbereiten:

Mischen Sie das Mehl mit Salz in einer Schüssel.
In der Mitte eine Mulde formen und lauwarmes Wasser, Olivenöl und Zucker hineingeben.
Kneten Sie die Zutaten zu einem geschmeidigen Teig.
Den Teig 30 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen.

 

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Belag vorbereiten:

In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen.
Die Zwiebelringe hinzufügen und bei mittlerer Hitze glasig dünsten.
Zucker über die Zwiebeln streuen und weiter braten, bis sie goldbraun und karamellisiert sind.
Etwas abkühlen lassen. Dann die Crème fraîche und das Ei darunter rühren. Den Thunfisch in kleinen Stücken dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Ofen vorheizen:

Den Ofen auf 220 Grad Celsius vorheizen.

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Teig ausrollen:

Den Teig dünn auf einer bemehlten Fläche ausrollen.
Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Den Belag gleichmäßig auf dem Teig verteilen.

Backen:

Den vorbereiteten Flammkuchen in den Ofen schieben und für ca. 12-15 Minuten backen oder bis der Rand goldbraun und knusprig ist. Wenn Sie Fertigteig benutzen, beachten Sie Backzeit auf der Verpackung.

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Ein kulinarisches Abenteuer


Das Ergebnis? Ein wahres Geschmacksabenteuer, bei dem die knusprige Textur des Flammkuchens mit den saftigen Aromen des Thunfischs und der subtilen Süße der Zwiebeln eine sinnliche Melodie bildeten. Eine Fusion der Welten, die bewies, dass die besten kulinarischen Erlebnisse oft jenseits der ausgetretenen Pfade zu finden sind.

Anja Wehle

Dipl.-Kff. - Journalistin und Bloggerin. Ich liebe alles, was wächst, grünt oder blüht. Noch mehr faszinieren mich die Tiere im Garten. In meinen mehr als zwei Jahrzehnten als Gartenjournalistin durfte ich die erstaunlichsten Gärten besuchen und Menschen treffen, die mit Hingabe und Kreativität wahre grüne Kunstwerke geschaffen haben. Meine Kamera ist stets an meiner Seite, um die Schönheit der Gärten und ihrer tierischen Bewohner einzufangen.

Autor: Anja Wehle

Dipl.-Kff. - Journalistin und Bloggerin. Ich liebe alles, was wächst, grünt oder blüht. Noch mehr faszinieren mich die Tiere im Garten. In meinen mehr als zwei Jahrzehnten als Gartenjournalistin durfte ich die erstaunlichsten Gärten besuchen und Menschen treffen, die mit Hingabe und Kreativität wahre grüne Kunstwerke geschaffen haben. Meine Kamera ist stets an meiner Seite, um die Schönheit der Gärten und ihrer tierischen Bewohner einzufangen.

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