Spatz

Von wegen Spatzenhirn: Der Haussperling

Der Haussperling – umgangssprachlich Spatz genannt – ist schlauer als man denkt. Vor allem ist er ein geselliges und soziales Tier. Spatzen gehören zu den häufigsten Singvögeln, aber sie werden immer seltener. Vor allem in den großen Städten geht ihr Bestand zurück.

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Spatzen sind sehr kleine Vögel und haben dementsprechend auch nur kleine Gehirne. Deshalb sind aber nicht dumm. Die Gehirne von Vögeln sind ganz anders aufgebaut als die der Säugetiere.
Auch mit vergleichsweise kleinen Gehirnen können Vögel erstaunliche Leistungen erbringen: Spatzen helfen sich gegenseitig beim Futter finden und warnen ihre Artgenossen, wenn Gefahr droht. Rabenvögel können sogar Werkzeuge basteln und manche Papageien können sprechen.

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Ein Spatz kommt selten allein ist

Der Haussperling (Passer domesticus) ist ein sehr geselliges Tier. Spatzen leben immer in kleinen Gruppen zusammen und unternehmen alles gemeinsam. Sie singen gemeinsam, gehen zusammen auf Futtersuche und zum Baden. Sogar zum Schlafen sammelt sich die ganze Gruppe in einem Versteck.

Auch Brüten wollen Spatzen immer in Gemeinschaft. Notfalls übernehmen die anderen Vögel der Gruppe sogar die Fütterung von verlassenen Nestlingen. Feinde werden gemeinsam in die Flucht geschlagen. Wenn die Gruppe sich am Futterhäuschen tummelt, passt immer einer auf, ob sich kein Feind nähert. Die Paare verbringen meist ihr ganzes Leben miteinander.

Das Leben in der Gruppe hat für bietet ihnen Schutz, bei Gefahr können sie sich gegenseitig warnen.

Spatzen sind wirklich Allerweltsvögel, sie kommen fast überall auf der Erde vor, wo Menschen leben. Als sogenannte Kulturfolger haben sie sich perfekt an den Menschen angepasst. Man findet sie bevorzugt in Dörfern, am Stadtrand, in Gärten und Parks. Wenn es genug Nahrung und Nistplätze gibt, leben sie sogar in den Zentren der großen Städte. Die Vögel profitieren von den Menschen, deshalb sind sie auch wenig scheu.

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Wo nisten Spatzen?

Spatzen sind bei der Wahl ihrer Nistplätze nicht wählerisch: Am liebsten nutzen sie Nischen und Höhlen von Gebäuden. Kletterpflanzen an Häuserfassaden sind auch beliebte Nistplätze. Es gab auch schon Brutplätze in Lüftungsschächten oder Ampeln. Manchmal ziehen Spatzen auch als Untermieter in ein Storchennest.

Eine der größten Gefahren für die Haussperlinge ist, dass sie nicht mehr genug Nistplätze finden. Moderne Gebäude haben glatte Fassaden und bieten keine Nischen und Höhlen mehr.

 

Nistmöglichkeiten schaffen

Man kann die Vögel unterstützen, indem man ihnen passende Nistkästen anbietet. Da Spatzen sehr gesellige Tiere sind und immer die enge Nachbarschaft zu Artgenossen lieben, muss man ihnen ein Mehrfamilienhaus oder ein Reihenhaus anbieten. Spezielle Nistkästen für Haussperlinge sind entweder so gebaut, das mehrere Familien darin nisten können oder man hängt mehrere Nistkästen nebeneinander. Spatzen sind Höhlenbrüter und bauen ihre Nester meist an Gebäuden. Dort sollte man auch ihre Nistkästen aufhängen, ein Nistkasten am Baum ist für sie uninteressant.

Brutzeit des Haussperlings

Ende April beginnen die Spatzen zu brüten. Die Brutzeit kann bis in den August hinein dauern. In dieser Zeit ziehen die Eltern 3 bis 4 Bruten auf. Pro Brut schlüpfen 4 bis 6 Küken. Nicht mal die Hälfte der Jungvögel überlebt das erste Jahr. Im Durchschnitt werden die Haussperlinge drei bis fünf Jahre alt.

Wo schlafen Spatzen?

Spatzen übernachten in Schwärmen. Sie versammeln sich abends und lassen sich gemeinsam auf Bäumen oder in Sträuchern nieder. In der kalten Jahreszeit haben Spatzen einen gemeinsamen Schlafplatz in dichten Hecken, im Efeu an Hauswänden oder in Höhlen unter Dachvorsprüngen.

Spatzen lieben Wasser


Spatzen baden leidenschaftlich gern. Man kann sie an Gartenteichen, Brunnen oder Vogeltränken stundenlang beim Planschen beobachten. Wer die niedlichen Vögel unterstützen möchte, sollte ihnen unbedingt in seinem Garten oder auf dem Balkon das ganze Jahr über Wasser anbieten. Ein Gartenteich oder Wasserspiel ist super, eine Vogeltränke reicht auch.

Wieso Dreckspatz?


Spatzen baden nicht nur im Wasser, sondern auch in Sand oder Staub. Daher der Name „Dreckspatz“. Die Spatzen tun das, um ihre Federn zu säubern und von Schädlingen frei zu halten. Wenn wir Spatzen im Garten oder auf dem Balkon etwas Gutes tun wollen, können wir eine große Schale mit Sand aufstellen.

Sowohl Vogeltränken als auch Sandstellen sollten frei stehen und genügend Abstand zum nächsten Gebüsch haben. Ansonsten sind die Vögel dort leichte Beute für Katzen und andere Feinde.

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Was fressen Spatzen?

In freier Natur sind erwachsene Spatzen Vegetarier, sie ernähren sich von Samen und Körnern. Nur in der Brutzeit verfüttert der Spatz Insekten, Raupen und Larven an seine Jungen. In der Stadt haben sich die Spatzen angepasst, dort ernähren sie sich am liebsten von Essensresten und da kann auch Fleisch dabei sein. Oft kann man Spatzen im Außenbereich von Lokalen beobachten, wie sie unter den Tischen die Reste aufpicken.

Der Gesang der Spatzen

Der Spatz gehört zwar zu den Singvögeln, aber ein begnadeter Sänger ist er nicht. Das typische Tschilpen klingt aber ganz munter. Wenn der Spatz eine Bedrohung in der Luft sieht, warnt er seine Artgenossen mit einem lauten „drüüüüü“. Nähert sich ein Feind am Boden, schreit der Spatz „terrettett“ oder „kew kew“.

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Die Vernichtung von Spatzen in der Geschichte

Heute mögen die meisten Menschen Spatzen, das war aber nicht immer so. Früher wurden die Tiere gnadenlos bekämpft, weil sie schon mal auf den Feldern Körner geklaut haben. Im 17. Jahrhundert gab es in Preußen ein Dekret, das festlegte, wie viele Spatzen im Jahr zu töten waren. Auch in Bayern und Österreich gab es eine so genannte „Spatzensteuer“: Wer nicht genug Spatzen getötet hat, musste eine Geldstrafe zahlen.

In China hat man die Vernichtung der Spatzen auf die Spitze getrieben. Mao Zedong ordnete 1958 an, die Spatzen in China auszurotten. Er sah die kleinen Vögel als eine der „vier Plagen“ neben Stechmücken, Fliegen und Ratten an. Die Tiere, so verkündet er, seien Schädlinge, die dem Menschen Krankheiten bringen und Nahrung nehmen.

3 Tag lang gingen alle Chinesen auf Spatzenjagd, dann waren die Vögel tot. Die Folgen waren katastrophal. Normalerweise vertilgen ja Spatzen auch Heuschrecken. Nach dem die Vögel tot waren, konnten sich die Heuschrecken ungestört vermehren und ganze Ernten auffressen. Die Vernichtung der Spatzen und noch einige andere Fehlentscheidungen von Mao führten in China zu einer fürchterlichen Hungersnot, bei der bis zu 45 Millionen Menschen starben. Ausführliche Informationen dazu im „Spiegel“

Um das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen, musste China später Vögel aus aller Welt importieren. An diesem Beispiel sieht man, wie wichtig Spatzen und auch andere Vögel sind.

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