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Der Spielgarten – einen Garten für Kinder gestalten

Ein Garten für Kinder sollte immer auch ein Familiengarten sein und muss die unterschiedlichen Bedürfnisse von Groß und Klein unter einen Hut bringen.

Ein Garten für Kinder sollte immer auch ein Familiengarten sein und muss die unterschiedlichen Bedürfnisse von Groß und Klein unter einen Hut bringen. Das ist nicht einfach! Die Interessen von Kindern und Erwachsenen an der Nutzung eines Gartens sind völlig unterschiedlich: einerseits der Wunsch der Erwachsenen nach einer gelungenen Gartenarchitektur, andererseits das Verlangen der Kinder nach einer ‚Dauerbaustelle‘ für kreatives Werkeln, Buddeln und Klettern.

Garten für Kinder

Experten schlagen Alarm: Kinder verbringen zu viel Zeit mit Smartphone, Computer und Fernsehen. Es fehlen ihnen körperliche, sinnliche Erfahrungen und vor allem Bewegung. Dabei wollen Kinder von Natur aus herumtollen und ihre Umgebung entdecken, wenn sie nur die nötigen Freiräume haben.

Wenn Erwachsene an Kinder- Spielgärten denken, fallen ihnen knallbunte Plastikrutschen, teure Klettergerüste auf gerupftem Rasen und das Trampolin als Blickfang ein. Tatsächlich lassen die vorgegebenen Spielmöglichkeiten den Kindern nicht viel Raum zur Entfaltung der Fantasie und verlieren schnell den Reiz.

Sandkasten im Garten für Kinder

Dabei muss ein kindgerechter Garten bei richtiger Konzeption kein Horrorszenario für Freunde der Gartengestaltung sein. Ein Familiengarten sollte die Bedürfnisse jedes Familienmitglieds und auch Langzeitperspektiven berücksichtigen. Oft sehen Familien mit kleinen Kindern nur ihre gegenwärtige Lebenssituation, die aktuellen Bedürfnisse ihrer Kinder. Dabei verändern sich die Ansprüche von Eltern und Kindern ständig. Die einzelnen Phasen in der Entwicklung der Kinder sind relativ kurz, immer neue Ansprüche entstehen.

Wie soll dann ein Garten in 20 oder 30 Jahren für seine Besitzer noch sinnvoll und attraktiv sein? Flexibilität heißt das Zauberwort. Bereits bei der Planung sollte darüber nachgedacht werden, was später etwa aus dem Sandspielbereich werden kann: ein Teich für kleine Forscher, ein zusätzlicher Sitzplatz, ein Gemüsebeet oder eine zentrale Feuerstelle?

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Man muss sich auch von der Vorstellung verabschieden, jeder noch so kleine Garten könne mit öffentlichen Spielplätzen konkurrieren. Ein Garten für Kinder sollte vielmehr andere Qualitäten bieten. Ein perfekt gestalteter Garten für Kinder ist oft langweilig. Sie suchen wilde Ecken, die nicht geschnitten oder geharkt sind und Kleintieren Unterschlupf bieten. Die jungen Naturforscher können dort Igel, Kröten und andere spannende Dinge erleben.

Garten für Kinder

Spielgarten für Kleinkinder

Ein Garten für Kleinkinder muss auch mehr bieten als Schaukel, Rutsche und Sandkasten. Die Natur gibt Kindern Spielzeuge an die Hand, die sie auf unterschiedlichste Weise verwenden können, die ihre Fantasie beflügeln: Sand, Erde, Wasser, Steine, Blätter und Äste.

Spielecke für Kinder

Sandspielbereiche, Matsch- und Erdgruben, Materialsammlungen von Ästen, Brettern und Steinen fördern die Kreativität. Im Sand wird Kuchen gebacken, gesiebt und gegraben. Die Sandkiste sollte so groß sein, dass mehrere Kinder eine Burg bauen können. Solange die Kinder klein sind, sollte der Spielbereich zwar ein wenig abseits aber immer im Blickfeld der Eltern, also möglichst nahe an der Terrasse liegen. Das ändert sich, wenn die Kinder älter werden.

Gemüsebeet im Spielgarten
Gemüsebeet für Kinder

Garten für größere Kinder

Später möchten Kinder möglichst ihr eigenes Beet haben, auf dem sie ihr Lieblingsobst oder üppig blühende Blumen ziehen. Das lässt sich auf dem Balkon und im Garten leicht anlegen. Hier üben sich die kleinen Nachwuchsgärtner, die Ihnen auch sonst so ‚hilfreich‘ zur Hand gehen, schon mal im Umgang mit der Natur.

Pflanzen im kindgerechten Garten

Beim Spielbeet muss der Spaß im Vordergrund stehen. Eine Bepflanzung mit Cocktailtomaten, Duftwicken, Kürbissen, Erdbeeren, Lampenputzergras und Kapuzinerkresse lässt Kinderherzen höher schlagen.

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Sonnenblumen vermitteln die faszinierende Entwicklung vom feinen Samenkorn bis zur ausgewachsenen Pflanze. Die samtweichen Blätter des Wollziests oder die flauschigen Blüten des Fuchsschwanzes sind als Streichelpflanzen beliebt. Keimsicheres Saatgut und robuste Pflanzen, die auch mal Trockenheit vertragen, garantieren den kleinen Gärtnern Erfolgserlebnisse.

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Steichelpflanze Fuchsschwanz

Größere Kinder möchten nach dem Kindergarten, der Schule mal abschalten. Mit Schaukel, Trampolin, Klettermöglichkeiten, Turnstangen, Schwebebalken gelingt das im Nu. Sie wollen Freunde und Schulkameraden treffen. Ist eine ausreichend große Freifläche vorhanden, können im Garten Kindergeburtstage gefeiert, Federball, Boccia, Basketball, Tischtennis, sogar Fußball gespielt werden.

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Garten für Kinder gestalten: Kinder brauchen Rückzugsorte

So wie Eltern ihre gemütlichen Sitzecken und Zufluchtsorte benötigen, suchen auch Kinder mit zunehmendem Alter Rückzugsmöglichkeiten, wollen im Verborgenen eine kleine Hütte, ein Baumhaus bauen. Die sind für Kinder der Inbegriff von Spaß, Abenteuer, Freiheit und Geborgenheit, Rückzugsort vor den Eltern, der erste Ort, den man sich selbst geschaffen hat.

In einem Garten für Kinder und Erwachsene sollten nun Spielzonen, einladende Sitzplätze und ruhige Ecken miteinander abwechseln. Rasen, Büsche und Sträucher müssen robust und pflegeleicht sein. Gemüse- und Blumenbeete können vor Bällen und Fangspielen mit kleinen Zäunen oder Netzen geschützt werden.

In einigen Punkten müssen sich Familiengärten stark von anderen Anlagen unterscheiden. Wenn Kinder durch den Garten streifen, sollten alle extrem giftigen Pflanzen wie Tollkirschen, Goldregen, Seidelbast, Pfaffenhütchen, Wiesen-Bärenklau, Herbstzeitlose, Rizinus, Datura und Eisenhut von hier verbannt sein. Aber auch viele andere Pflanzen etwa Tränendes Herz, Maiglöckchen, Bilsenkraut, Eiben, Wolfsmilcharten, Fingerhut …. können, wenn Kinder sie in den Mund stecken, zumindest Übelkeit verursachen. Ständige Aufmerksamkeit der Eltern und spielerische Belehrung der Kinder sind deshalb notwendig.

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Wasser hatte in den Gärten mit kleinen Kindern nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Höchstens ein kleines Becken zum Planschen konnte man anlegen. Doch wenn die Kinder größer sind und schwimmen können, beginnen sich die Garteninteressen von Eltern und Kindern anzunähern. Teenies können sich durchaus vorstellen, ihre Freunde am häuslichen Gartenpool zu begrüßen und zusammen mit der übrigen Familie das Baden im Schwimmteich zu genießen. Dafür wird dann auch der nun überholte Sandkasten, ein Stück der Spielwiese geopfert.

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