Gräser im Garten – 10 tolle Gestaltungsideen

Gräser im Garten sorgen für eine gewisse Leichtigkeit, sie wiegen sich sanft bei jedem Lufthauch und rascheln leise im Wind. Sie bringen Bewegung in den Garten, das Spiel der grazilen Halme und Blütenrispen strahlt Natürlichkeit aus.

„Ein Garten ohne Gräser ist grässlich!“
Karl Foerster – Pflanzenzüchter und Gartenphilosoph

Gräser im Garten sorgen für eine gewisse Leichtigkeit, sie wiegen sich sanft bei jedem Lufthauch und rascheln leise im Wind. Sie bringen Bewegung in den Garten, das Spiel der grazilen Halme und Blütenrispen strahlt Natürlichkeit aus.


Gärten mit Gräsern sind nie in einen perfekten Zustand über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Das Spannende an Gräsern ist die Veränderung im Jahreslauf.

Ein großer Vorteil von Gräsern ist: Sie sind robust und pflegeleicht. Im Gegensatz zu vielen Stauden gibt es bei ihnen keine Probleme mit Schädlingen und Pilzen. Die meisten Gräser brauchen nicht viel Wasser und müssen auch nicht gedüngt werden. Wichtig ist nur, dass man das Gras passend zum Standort wählt. Sonnenhungrige Gräser kommen in schattigen Lagen nicht zurecht, Schattengräser vertrocknen schnell in der Sonne.

Gräser im Garten sind unglaublich vielseitig. Manche werden gerade mal 20 cm hoch, andere erreichen stolze 4 Meter. Die Blätter können die verschiedensten Farben und Musterungen aufweisen. Blüten gibt es in Formen von Bürsten, Rispen, Sterne oder hübsche Wedeln – die Auswahl ist riesig.

Gräser im Garten: Eindrucksvolle Blickfänge


Die Giganten unter den Gräsern können in kurzer Zeit bis zu 4 Meter erreichen und bringen damit viel Dynamik und Spannung in den Garten. Diese Arten entfalten ihre volle Pracht nur, wenn sie einzeln gepflanzt werden. Sie bilden nicht nur schöne Blickfänge, sondern sorgen auch für Ruhe und Struktur in der Pflanzung.

Zu diesen riesigen Solitärgräsern gehören einige Sorten des Chinaschilfs, das Riesen-Chinaschilf, das Pampasgras mit seinen dekorativen, hohen Blütenständen, das Hohe Pfeifengras, wo einige Sorten stattliche Höhen erreichen können und das Riesen-Federgras.

Gräser als Sichtschutz


Allein oder in Kombination von hohen Prachtstauden sind Ziergräsern im Sommer ein idealer Sichtschutz an Sitzplätzen oder am Schwimmteich und eine lebendige Eingrenzung des Gartens. Auch in Kübeln bilden Gräser einen attraktiven Sichtschutz auf dem Balkon oder der Terrasse.

Gestaltungsideen: Gräser in großen Gruppen

Besonders in architektonischen, formalen und minimalistischen Gärten werden Gräser gern in großen Gruppen gepflanzt. Sie umschmeicheln selbst die minimalistische Kühle moderner Architektur.

Gräser in Kübeln

Immer mehr Gräser erobern auch Terrasse und den Balkon. Kleinere Gräser machen sich prima im Balkonkasten zwischen Sommerblumen und Stauden. Mittelhohe und Hohe Gräser kommen toll zur Geltung in repräsentativen Kübeln. Sie machen sich auch gut vor Hauseingängen oder Toren. Gräser im Kübel brauchen allerdings in der kalten Jahreszeit Winterschutz.

Pflegeleicht: Gräser im Kiesgarten

Gräser und Kies passen gut zusammen. In einem sonnig gelegenen Kiesbeet gedeihen viele trockenheitsverträgliche Gräser aus den nordamerikanischen Prärien. Solche Beete sehen nicht nur toll aus, sie sind sehr pflegeleicht.

Gräser und Rosen

In modernen Pflanzungen werden Gräser gern mit Rosen kombiniert. Gräser bringen Natürlichkeit in Rosenbeete. Die wogenden Halme und Ähren sorgen für Bewegung ohne den Rosen die Show zu stehlen. Zwischen die Rosen kann man kleinwüchsige Gräser wie Lampenputzergras, Rutenhirse oder Federborstengras setzen. Hohe Gräser kann man in den Hintergrund des Rosenbeetes pflanzen.

Gräser in gemischten Beeten

In modernen Beeten werden Gräser vielfältig kombiniert mit Stauden, Zwiebel- und Knollengewächsen, Sommerblumen, Rosen und Sträuchern. Unkomplizierte Nachbarn in den Beeten sind die Gräser nicht immer. Viele von ihnen, vor allem die Einheimischen säen sich kräftig aus, manche wuchern, bilden Ausläufer und sind den übrigen Pflanzen an Lebenskraft stark überlegen.

Für die großen Prachtstauden sind die Gräser schwierige Begleiter. Sonnenauge, Sonnenhut, Feinstrahlastern,Taglilien und andere vertragen es nicht, von den wuchernden Gräsern bedrängt zu werden. Daher muss man die Gräser immer mal wieder kräftig zurückschneiden oder umsetzen.

Gräser neutralisieren die oft starken Blütenfarben der Stauden, geben den Beeten Fülle und Geschlossenheit. Im Spätsommer haben sich die Giganten unter den Blühstauden wie Riesen–Sonnenhüte, Steppenkerzen, Wasserdost, Federmohn, Kandelaber- Ehrenpreis, Kerzenligularien und Sonnenbraut zu wahren Blütenbergen entwickelt. Sie inszenieren zusammen mit den Riesengräsern ein wohl einmaliges Schauspiel.

Sonne, Wasser und Wind sind die schönsten Begleiter der Gräser im Garten. Die Halme wiegen sich mit bewundernswerter Grazie im Wind, schaffen dabei Konturen und verwischen sie gleich wieder. Dieses Spiel aus Bewegung, Durchlässigkeit und Transparenz ist genau so faszinierend und beruhigend wie das Rauschen eines Bachs, das Kräuseln des Wassers im Teich.

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Traumbeete im Hochsommer

Der Sommer strebt seinem Höhepunkt zu, alles im Garten beginnt sich zu verändern. Die Blühkraft der Sommerblumen, der Rosen lässt allmählich nach, neue Stars betreten die Gartenbühne. Die Traumbeete im Hochsommer leuchten jetzt in warmen Farben.

Der Sommer strebt seinem Höhepunkt zu, alles im Garten beginnt sich zu verändern. Die Blühkraft der Sommerblumen, der Rosen lässt allmählich nach, neue Stars betreten die Gartenbühne. Die Traumbeete im Hochsommer leuchten jetzt in warmen Farben.

Bis zum Frühsommer haben sich die Astern – von wenigen Ausnahmen abgesehen – recht bescheiden gegeben. Mit ihrem meist dunkelgrünen Laub und kompakten Wuchs fallen sie zwischen Gräsern Rosen und Gehölzen kaum auf. Aber dann öffnen sich die ersten Knospen und das Blütenfeuer der Astern kennt bis zu den ersten Frösten keine Pause mehr. Bergastern, Kissen-, Glattblatt- oder Rauhblattastern – und wie sie alle heißen – versprühen permanent den Charme eines bunten, rauschenden Dorffestes.

Ihnen zur Seite stehen weitere Sommerblüher. Auf humosen Böden in voller Sonne brillieren Kugeldistel, Mädchenauge und Kokardenblume monatelang mit immer neuen Blüten. Als schöne Begleiter haben sie die späten Großstauden wie Sonnenhut, Rittersporn und Riesenzierlauch. Montbretien und Fackellilien entwickeln bei viel Sonne auf durchlässigen Böden ihre exotischen Blüten in Rot, Gelb und Orange. Farben, die schon auf den kommenden Herbst hinweisen und viel Wärme und Lebendigkeit in den Garten bringen.

Das argentinische Eisenkraut mit seinem filigranen Wuchs und seiner langem Blütezeit von Juli bis Oktober erfreut sich immer größerer Beliebtheit in hochsommerlichen Beeten. Auch andere exotische Schönheiten wie die Lilien setzen jetzt spektakuläre Akzente. Sie bezaubern durch ihren graziösen Wuchs und ihren Sortenreichtum bezaubert. Es gibt zarte Wildformen und großblumige, farbenfrohe Kreuzungen. Die attraktivsten sind die einen Meter hohen Königslilien mit ihren riesigen Trichterblüten, die urigen Madonnenlilien, die leuchtend orangefarbenen Feuerlilien, die Prachtlilien, der Türkenbund mit den zurückgeschlagenen Blüten.

Ganz anders die Dahlien: in ihnen steckt die Glut des Sommers und die ihrer tropischen mexikanischen Heimat. Dahlien blühten bereits im Garten des legendären Herrschers Montezuma und galten als Symbol der Sonne. Sie sind ausgesprochene Sonnenanbeter. Außerdem mögen sie keinen extrem sauren und kalkhaltigen Boden und benötigen eine optimale Versorgung mit Dünger und Wasser. Dann wachsen sie in kurzer Zeit zu stattlicher Größe heran und bilden viele Blüten. Höhere Exemplare müssen sogar mit Stäben gestützt werden.

Auch sind ihre Wurzelknollen nicht winterhart. Im Herbst nach den ersten Frösten werden sie aus der Erde genommen, frostfrei und trocken überwintert, im Frühjahr aus dem Winterquartier im Keller geholt, in Töpfe gesetzt und nach den Eisheiligen ins Freiland ausgepflanzt.

In modernen Beeten wird mit anspruchsvollen Kombinationen experimentiert. Stauden werden hier mit Zwiebel- und Knollengewächsen, Sommerblumen, Rosen, Sträuchern und in letzter Zeit mit immer mehr Gräsern zusammengesetzt, oft geradezu zu einem Bild verwoben. Wir hatten uns im Frühling und Sommer daran gewöhnt, dass Gräser den Arrangements in Kübeln und Beeten Fülle und Grazie verliehen.

Gräser wirken vermittelnd, neutralisieren starke Blütenfarben in ihrer Nachbarschaft. Ihr oft filigraner Wuchs bringt spielerische Leichtigkeit in die Rabatte. Selbst nach der Blüte bewahren sie Haltung und Fülle, sorgen für Harmonie und Geschlossenheit der Beete.
Doch im Hochsommer streifen die Gräser ihre Rolle als dienende, vermittelnde Kraft ab.

Sie wachsen immer stärker heran und werden allmählich zu Struktur- und Leitstauden im Beet. Die Blütenstände der hohen Gräser erreichen nun bald gigantische Ausmaße. Die Halme wiegen sich mit bewundernswerter Grazie im Wind, schaffen dabei Konturen und verwischen sie gleich wieder. Die Ziergräser fügen so der Gartengestaltung neue Dimensionen, eine ungekannte Dynamik hinzu.

Hohe Prachtstauden und Ziergräser stehen nicht nur in weitläufigen Rabatten, sondern auch in Randbeeten vor Hauswänden, Mauern und Hecken. Überall wo sie auftreten – sei es als imposante Solitäre oder in Gruppen – ziehen sie sofort alle Blicke auf sich. In Verbindung mit abgestimmten Begleitpflanzen sorgen sie für farblich und formal spannende Gartenbilder. Die Kombination von hohen Prachtstauden und Ziergräsern ist im Sommer ein idealer Sichtschutz an Sitzplätzen, am Schwimmteich und eine lebendige Eingrenzung des Gartens.

Unkomplizierte Nachbarn in den Beeten sind die Gräser nicht immer. Viele von ihnen, vor allem die Einheimischen säen sich kräftig aus, manche wuchern, bilden Ausläufer und sind den übrigen Stauden an Lebenskraft stark überlegen. Nur in den Extremlagen, wie in Beeten mit praller Sonne, sandigem Boden, im Steingarten, am Wald- und Teichrand können sich die Stauden neben den Gräsern im Überlebenskampf behaupten.

Nicht ein perfekter Zustand über einen bestimmten Zeitraum hinweg steht hier im Mittelpunkt, sondern die spannende Veränderung im Jahresablauf. Dieses Spiel aus Bewegung, Durchlässigkeit und Transparenz wirkt beruhigend und faszinierend zugleich.

Wilde Gärten – naturnah und pflegeleicht

Wilde Gärten – sie stehen für die Liebe zur Natur, aber auch der Wunsch nach Freiheit, Individualität und Abenteuer. Und sie stecken voller Leben: Von der Ameise bis zum Zaunkönig – für viele Tiere sind wilde Gärten eine wichtige Lebensgrundlage.

Wogende Gräser, Staudenbeete im Prärie-Stil, verwilderte Zwiebelblumen, aber auch exotisch inspirierte Dschungelgärten – das alles liegt heute voll im Trend. Fachkundig angelegt machen wilde Gärten nur wenig Arbeit und schenken uns ein Stück Ursprünglichkeit. Die Liebe zur Natur, aber auch der Wunsch nach Freiheit, Individualität und Abenteuer verkörpern sich in ihnen. Und wilde Gärten bieten auch vielen Wildtieren einen Lebensraum.

Wilde Gärten stecken voller Leben: Von der Ameise bis zum Zaunkönig – für viele Tiere sind wilde Gärten eine wichtige Lebensgrundlage. Die wilden Gärten zeigen das Verlangen der Menschen, im Einklang mit der Natur zu leben und selbst kreativ zu sein. Nicht mehr alles von der Stange, sondern mitmischen, der Umgebung seinen persönlichen, einzigartigen Stempel aufzudrücken, das ist das zeitgenössische Credo. So entstehen Gärten, die eine Mischung aus Nostalgie, sprühender Lebensfreude und Freiheitsdrang einzigartig machen.

Die Idee der wilden Gärten ist nicht neu. Sie kam schon vor über 140 Jahren – wie so vieles in der Gartengestaltung – aus England zu uns. Die berühmten Gärtner William Robinson und Gertrude Jekyll lehnten die etwas spießige viktorianische Gartengestaltung mit ihren gezirkelten Beeten ab und sorgten dafür, dass sowohl heimische als auch exotische Pflanzen am richtigen Platz sich voll entwickeln konnten. Unendliche Wiesen mit Tausenden wild wachsender Blumenzwiebeln, mächtige Bambushaine vermittelten schon damals einen gewaltigen Eindruck.

Der moderne Gärtner befreit sich gern von auferlegten Zwängen und Normen. Er liebt Pflanzen mit lockerem Habitus: Strauch-, Kletterrosen und Weinreben. Gänseblümchen im Rasen, Moos in den Steinfugen – kein Problem. Der Garten soll Unberührtheit ausstrahlen, er darf nicht überpflegt werden. Im Einfachen, Ursprünglichen liegt sein besonderer Zauber.

Wie gestalte ich einen wilden Garten?

Mauern, Zäune, Tore, Brunnen sind auf jeden Fall mit heimischen Materialien auszuführen. Eingefriedet wird meist mit Holzzäunen, seien es Latten-, Staketen -, Weidenflechtzäune. Ziegelsteine, Klinker, Sandsteine mit ihren erdigen Tönen sind die traditionsreichen Bodenbeläge. Stilvolle Brunnen sorgen für die Bewässerung.

Moderne wilde Gärten entsprechen in vieler Hinsicht dem Geschmack unserer unruhigen Zeit. Viele Pflanzen, die hier gedeihen, sind wahre Hunger- und Durstkünstler, können längere Zeit allein gelassen werden. Selbst in dicht besiedelten Gebieten lassen sich auf Balkons, Dachgärten, in Hinterhöfen noch solche Anlagen gestalten.

Wilder Garten: Ideen

Die wilden Gärten erscheinen oft im Stil der umliegenden Landschaften und ihrer Pflanzengemeinschaften mit Waldrändern, Gesteinshaufen, natürlichen Gewässern und Blumenwiesen bis zum Horizont. Aber auch Abenteuergärten mit Palmen, Orchideen, geheimnisvollen Zeichen und bizarren Skulpturen entstehen. Der leichte Wind verfängt sich im Windspiel, das zwischen Bambuszweigen hängt. Wasserfontänen sprudeln aus eleganten Vasen. Bambusstege führen über Seerosenteiche.

Nicht der völlig sich selbst überlassene Garten wird heute geschätzt, sondern die Verbindung von Wildheit und künstlerischer Gestaltung. Spiele mit Farben, Formen, mit Blättern, Blüten, Samenständen bilden wesentliche Aspekte im Gartenbild. Dabei will man nicht einen perfekten Zustand über einen bestimmten Zeitraum hinweg erreichen, sondern sucht die spannende Veränderung im Jahreslauf.

Die Hinwendung zu lebenden, sich verändernden Gartenbildern ließ einige Pflanzenarten in den Vordergrund treten. Wildblumen und Blumenwiesen sind zur Zeit groß im Trend. Zu den Favoriten zählen die einjährigen Mischungen aus Feld- und Wiesenblumen. Sie wachsen schnell und einfach auf großen und kleinen Flächen, sogar im Balkonkasten heran. Bei dauerhaften Blumenwiesen mischen sich unter die Feldblumen langlebige Stauden wie Margeriten, Schafgarbe, Schlüsselblumen und Lupinen.

Wilde Gartenblumen

Blumenwiesen sind unübertroffene Naturschutzgebiete, selbst auf kleinstem Raum. Etwa 1500 Insektenarten sind auf diesen Lebensraum angewiesen. Das Summen und Brummen ist hier unbeschreiblich. Blumenwiesen gedeihen am besten an mageren Standorten und werden nur zweimal im Jahr mit der Sense gemäht.

Zwiebelgewächse verlängern in den Blumenwiesen die Blütezeit. Man sollte allerdings die kleinen verwildernden Blumenzwiebeln weitgehend in Ruhe lassen. Die Natur führt hier selbst Regie. Erst sechs Wochen nach der Blüte von Schneeglöckchen, Blausternchen, Anemonen, Allium und Narzissen darf man mähen. Inzwischen haben sich die Zwiebelchen eifrig ausgesät. Sie bilden mit den Jahren immer üppigere Teppiche.

Wenn man im Spätsommer und Herbst an wilde Gärten denkt, fallen wohl zuerst die wunderbaren Blumenrabatten ein. Stauden, Rosen und Einjährigen in allen Größen, Formen und Farben setzen hier dynamische Akzente.Türkenbundlilien, Königslilien schaffen zusammen dem riesigen Federmohn, dem Kandelaber- Ehrenpreis, dem Wasserdost oder den Steppenkerzen beeindruckende Farben – und Formenspiele.

Hinzu kommen noch die Giganten mit dem sonnigen Gemüt wie Sonnenbraut, Sonnenhüte, Riesen – Alant und die einjährigen Sonnenblumen. Einige locker dazwischen gesetzte fremdländische Gewächse wie Cannas oder Dahlien bereichern die Gärten außerordentlich. Sie bringen noch Farbe in die Anlagen, wenn die einheimischen Pflanzen schon längst verblüht sind.

Besonders dynamisch und spannungsvoll wird es, wenn Gräser im Spiel sind. Die sanft wiegenden Bewegungen der hohen Gräser und Stauden, ihre Transparenz und Durchlässigkeit schaffen immer neue Gartenbilder und verwischen sie gleich wieder. Wenn die Sonne seitlich oder von hinten auf die Gräser fällt, scheinen an vielen Tagen die Beete zu glühen, unter hellem, bedeckten Himmel glänzen sie sanft.

Fast immer fangen die Gräser den leisesten Wind ein, um damit zu spielen. Manchmal werden Nebel und Dunst geheimnisvoll zwischen den Halmen liegen. Im Winter bilden die Gräser und die letzten Samenstände der Stauden feine Strukturen, an denen der Regen hängenbleibt und die der Raureif mit Tausenden von Eiskristallen überzieht.Sie zu beobachten, ist genau so faszinierend und beruhigend wie dem Rauschen eines Baches zu lauschen, der Blick auf das stetige Kräuseln des Wassers im Teich. Die bewegten Beete zu gestalten, gehört allerdings zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Gartenarchitektur.

Gräserpassen prima zu der minimalistischen Kühle moderner Architektur. Überall wo sie auftreten – sei es als prachtvolle Solisten oder in Gruppen – ziehen sie sofort alle Blicke auf sich. Stehen sie in größeren Gruppen, sind gar die Riesengräser mit im Spiel, haben sie immer etwas von Abenteuer, Wasserlandschaft und im trockenen Bereich von weiter Prärie an sich. Der Bambus, das immergrüne, weitgehend gleichbleibende Riesengras aus Japan bringt exotisches Flair in den Garten.

Unkomplizierte Nachbarn sind die Gräser und Stauden in den Beeten nicht immer. Viele von ihnen, vor allem die Einheimischen säen sich kräftig aus und sind den gesetzten Zierpflanzen an Lebenskraft stark überlegen. Es tauchen auch immer wieder neue Akteure auf. Mauerblümchen werden Diven, während mancher Star der letzten Saison spurlos verschwindet. Die wilden Gärten sind ständig in Bewegung. Das eigentlich Spannende an ihnen ist ihre Dynamik: man kann daher nicht alles kontrollieren und vorhersehen, aber immer eröffnen sie neue faszinierende Perspektiven.

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